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ſeinem eigenen Hauſe, und Roſendal wurde zunächſt ſeine eigentliche Heimath. Nun nahmen die Vorwürfe und Ausſpähungen kein Ende, die häuslichen Auftritte wurden immer ſchwieriger, Lindorm's reizbares Gemüth ließ ſich nicht mehr länger beherrſchen, und oft folgten zerſtörende Stürme auf die kleineren Windſtöße. Er bekam von Zeit zu Zeit wieder ſchwache Anfälle ſeiner alten Krankheit, weßhalb Reiſen in die Städte, theils zur Verbeſſerung ſeines Geſundheitszuſtandes, theils zu ſeiner Zerſtreuung vorgenommen wurden. So ließ er ſein galliges Weib Wochen⸗, ja Monate⸗lang allein im Paradieſe zurück; denn von ſeinem Sohne und deſ⸗ ſen Lehrer trennte er ſich nie; ſie begleiteten ihn auf längeren oder kürzeren Ausflügen.
Lindorm's einzig frohe Augenblicke waren die, welche er mit ſeinem Guſtav bei ſeinen Freunden im ſtillen, ruhigen Roſendal zubrachte. Georg, Alida und die Alten empfingen ihn immer mit der ungeheuchelt⸗ ſten Freude. Sie wetteiferten darin, ihm die ſeinſte Aufmerkſamkeit zu erweiſen und Alles zu thun, auf was die ſcharfſinnigſte Freundſchaft kommen kann, um ihn zu tröſten, zu lindern und zu zerſtreuen, die tiefen Wunden ſeines Herzens zu heilen, und die ſchwarzen Grillen zum Weichen zu bringen. Ihre Bemühungen lockten ihm manch' wehmüthiges und dankbares Lächeln ab. Er war gefühlvoll für ihre Theilnahme und pflegte zuweilen, wenn ſein Blick mit einem bedeutun gsvollen Ausdruck auf ſeinem geliebten Sohne weilte, der die kleine Georgine auf ſeinen ſtarken Armen herumtrug, zu äußern:„Vielleicht daß einmal durch dieſe Beiden auch auf Engelvik ſelige Geiſter wohnen.“ Werdenberg und Alida nickten lächelnd mit dem Kopfe. Es wäre nicht unmöglich, meinten die Alten. Aber die jungen Schößlinge, unbekannt mit Planen und Berechnungen, genoſſen den flüchtigen Augenblick, flogen von Frenude zu Freude, ohne zu ahnen, daß ſie einmal unter den Roſen einen Dorn finden ſollten, der tiefer als die Stacheln des Dornſtrauchs verwunden würde. Glickliche


