Karl Engelbrecht von Lindorm, hatte ſich vor einigen Jahren mit ſeiner zweiten Frau dahin zurück Sie hatte ihm das Gut Trollvik) zugebracht, fruͤher ſo genannt nach Anleitung einiger alten Ueberl das nunmehr aber in Engelvik umgetauft worden war. Aber Gott weiß, wie es zuging, entweder, daß die Hexe, die nach der Sage einſt dort hauste, über die Namens⸗ veränderung ſich erzürnt hatte und rachgierig den innern Frieden der neuen Gatten zu untergraben ſuchte, oder, daß es in deren Gemüthsart lag: das iſt gewiß, ketne Lebensweiſe konnte weniger mit der der Engel verglichen werden, als die, welche in Engelvik geführt wurde. Der Freiherr von Lindorm war in erſter Ehe mit einem guten und ſchönen Mädchen von bügerlicher Herkunft verheirathet; aber ſchon nach ein Paar Monaten hatte der Himmel, den ihm die Liebe geöffnet hatte, alle ſeine Schätze verſchwendet und zog ſich nun dunkel und drohend in unheilverkündenden Wolken über das Haupt ſeiner jungen und unſchuldigen Gattin. Da er eine Heftigkeit beſaß, die bis auf's Aeußerſte ging, und immer der Eingebung des Augenblicks folgte, ſo war auch ſeine Heirath eine jener unbedachtſamen Handlungen geweſen, deren Folgen zu bedenken man auf eine gelegenere Zeit aufſchiebt. Dieſe kam jedoch nur zu bald für Lindorm. Er hatte geglaubt, mit ſtoiſcher Gleichgültigkeit der Bitter⸗ keit und dem Unwillen ſeiner ahnenſtolzen Verwandten, und der kalten zweideutigen Höflichkeit ſeiner früheren Freunde begegnen zu können; aber er täuſchte ſich. In ſeinem Innern war, ihm ſelbſt unbewußt, eine Saite, die, wenn ſie angeſchlagen wurde, einen ſchneidenden Mißton gab. Er erfuhr in reichem Maße, daß ſein ganzer Vorrath von Philoſophie nicht hinreichend war, um ihn vor den vergifteten Pfeilen zu ſchützen, welche die beleidigte vornehme Welt gegen ihn richtete. Und keiner derſelben traf tiefer als die unerträglich höfliche Herab⸗ laſſung der umwohnenden adeligen Familien gegen ſeine — **) Trollvik— Hexenbucht.
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