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eiskalte Grab ſeine Braut umarmt. Bald ward es emporgehoben auf ihre ſchäumenden, thurmhohen Gipfel, zinde balh ſchien es verſchlungen in ihrer unermeßlichen Tiefe. Der Fremdling ſah auf das Licht, das wie ein ſchwacher Hoffnungsſtrahl vom Ufer heruberſchimmerte, und eine Thräne, die ihm aber nicht ſeine eigene Lebens⸗ gefahr, ſondern der Schmerz jener Anderen auspreßte, zitterte in ſeinem Auge. Der Fiſcher ſagte alle Gebete her, deren er ſich aus ſeiner Kindheit erinnern konnte, und beide arbeiteten mit übermenſchlicher Kraft.
Wir verlaſſen das Boot und die darin Befindlichen in einer Bucht der Oſtſee, während die Reiſenden mit den Elementen ringen und für ihr Leben kämpfen, für das Leben, das vielleicht nie ſo reich und glühend vor der Einbildungskraft ſteht, als wenn man fürchtet, ihm mit all ſeinen tauſend Leiden und Freuden Lebewohl ſagen zu müſſen. Während ihres Kampfes wollen wir mit Erlaubniß des Leſers die beiden Ufer und ihre Bewohner näher in Augenſchein nehmen.
Hinter denen, welche wir eben verließen, erhob ſich gewaltig und ſtolz über den umgebenden Niederwald und ungefähr ein Paar Büchſenſchuſſe vom Anfange der Bucht entfernt, ein neues und prachtvolles Wohnhaus, eine Art Palaſt. Es war durchaus viereckig und hatte blos zwei Stockwerke; aber da es auf einer ungeheuer großen Mauer ruhte, erhielt es dadurch eine Höhe, die dreien entſprach. Die hohen Fenſter mit ihren nieder⸗ gelaſſenen Seidengardinen, die ſtolzen Pfeiler, die einen auf der Seeſeite ausſpringenden Balkon trugen, und end⸗ lich die kunſtreichen Anlagen, mit ihren mannigfaltigen Pavillons, Tempeln, Springbrunnen, Irrgängen, Mar⸗ morſtatuen und Orangerien bildeten einen ſtarken Gegen⸗ ſatz zu dem kleinen rothbemalten Hauſe auf der andern Seite der Bucht, das dagegen ſo ruhig, ſo beſcheiden und heiter erſchien, wie wenn das höchſte Gut des Lebens, der häusliche Friede, in ſeinen dürftigen Mauern wohnte. Der Eigenthümer des erſt genannten, der Freiherr


