Teil eines Werkes 
4. Theil (1849)
Entstehung
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gegangen: ſie hatten noch einige kleine Ueberlegungen, zu denen bis jetzt die Zeit gefehlt hatte.

Einige Secunden lang nahm die ſtarke Bewegung des Bräutigams und die ſtille Furcht der Braut zu. Ihre Augen waren einander von dem Augenblicke an, da er ſich vor ihr auf die Kniee geworfen hatte, nicht begegnet.

Jetzt aber begannen heftige Zuckungen über Will zu kommen; ſeine Hände umſchloſſen Roſa's Hände immer feſter, und ſeine Augen erhoben ſich langſam zu ihr, die in dieſem Augenblicke nicht zu ſehen wagte, was darin geſchrieben ſtand.

Dieſes Ausweichen ſchien inzwiſchen ſeine Ungeduld reße zu machen, und nachdem er mehrmals ohne Er⸗ folg mit ſeinem Haupte ihren Aermel berührte und mit ſeinen Händen, worin die ihrigen immer noch ruhten, ſie zu ſich herabzuziehen geſucht hatte, ſtand er heftig auf und wollte hinausgehen. — W dieſer Bewegung ſammelte Roſa ihren ganzen

uth.

Sollte er an dem heutigen Ta9 unzufrieden, ge⸗ demüthigt, zornig von ihr gehen? Wie konnte ſie, die ... die in drei Stunden ſich verpflichten ſollte, ſeine Gattin zu werden, ihm den Blick weigern, um den er flehte? Nein, mochte auch in ſeinem Blicke liegen was da wollte— hier zog Roſa's Herz ſich zuſammen— ſie mußte dennoch Kraft haben, ihm mit Güte zu be⸗ gegnen.

„O, dieſe Furcht, dieſe ſchreckliche Furcht! wenn ich

ſie nur beſiegen könnte!“ Denudch mußte ſie beſtegt werden. Sie ging ihm nach, ſie ergriff die Hand, welche er ſchon an das Thürſchloß gelegt hatte, und führte ihn zurück; aber ſie zitterte ſo heftig, daß ſie ſich auf den Sopha ſetzen mußte. Mit einer matten Bewegung des Kopfes bat ſie ihn, neben ihr Platz zu nehmen. Er that es. Der Jungferthurm. Iv. 24

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