Teil eines Werkes 
4. Theil (1849)
Entstehung
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ob dieß jedoch von der Art war, welche ehedem ſeine Wangen zierte, oder nur ein Widerſchein des glühenden Blutes, das ließ ſich ſo beſtimmt nicht ſagen. In ſei⸗ nen Augen ruhte etwas Ernſtes und Gedankenvolles, keine wechſelnden Blitze zwiſchen Verzweiflung und er⸗ zwungener Faſſung: er ſchien eine wirkliche Faſſung zu beſitzen und beſaß ſie auch wirklich in dieſer Stunde, auf welche er ſich während acht Martertagen vorbereitet atte.

h Gleich nach Albin zeigte ſich Holgerſen.

Es war ſchmerzhaft, die tiefe und drückende Nieder⸗ geſchlagenheit zu ſehen, welche in ſeinem ganzen Weſen lag; er ſchien eben ſo wenig im Stande zu ſein, ſelbſt zu reden, als zu antworten, wenn er angeredet wurde. Mit einer convulſiviſchen Bewegung erwiederte er Al⸗ bin's Händedruck, und darauf war ſein Blick unauf⸗ hörlich auf die Thür geheftet, bis Will eintrat.

Da ſagte er mit dumpfer, halberſtorbener Stimme: „Der Bräutigam!“ indem er den Jüngling heftig in ſeine Arme ſchloß.

Will lächelte ſanft und gut, und ließ dann ſeine Augen auf der Thür ruhen: auch er erwartete Jeman⸗ den; bald erfuhr er jedoch von Thekla, daß Roſa erſt bei der Trauung ſichtbar würde, und daß die Mutter nicht von ihr ginge.

Das Frühſtück wurde mit einer Schnelligkeit ein⸗ genommen, als hätte jeder die größte Eile gehabt, ſich zu der bevorſtehenden Feier in Ordnung zu ſetzen.

Sobald man von Tiſche aufgeſtanden war, trat der,

Bräutigam an ein Fenſter und ſchrieb folgende Worte auf ein Papier:

„Will einen Augenblick ſehen Roſa!“

Dieſes Papier reichte er Thekla, die damit hinaus eilte. Bald kehrte ſie zurück und winkte Will zu folgen.

Da der Sohn der Seufzer zu der von der Braut bewilligten Zuſammenkunft ging, zog ſich ein tiefes Er⸗ bleichen uüber die rubinfarbigen Flammen auf dem Ge⸗ ſichte des jungen Capitains; er wendete ſich um und