Teil eines Werkes 
4. Theil (1849)
Entstehung
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Karl, welcher oben geweſen und Albin beſucht hatte, war unter den Erſten, in der Hoffnung, einen vertrau⸗ lichen Augenblick mit ſeiner Geliebten zu finden.

Victor, der eben dieſe Hoffnung gehabt hatte, ſtand mit Hildur ſchon in dem entlegenſten Fenſter. Thekla ging ab und zu, ordnete bald das Eine, bald das An⸗ dere; als aber Karl kam, als er ohne Worte, aber mit dem ausdrucksvollſten Blicke ſeinen Arm um ihren Leib legte, da, ergriffen von dem hohen Glücke, das ihr zu Theil geworden war, während Noſa zum Opferfeſte geſchmückt werden ſollte, brach ſie heftig in Thränen aus und barg das Antlitz an Karl's Bruſt.

Karl hob ſanft ihr Haupt empor und küßte die Thränen hinweg.

„Haben wir wohl ein Recht, ſo glücklich zu ſein?“ liſpelte ſie mit einer Stimme, welche für Karl der ſchönſte und ſtärkſte Beweis war, daß Thekla in ihm jetzt wirklich ihr höchſtes Glück ſah.

Dieſe Ueberzeugung verlieh ſeinem Tone ein leichtes Zittern, da er antwortete:

„Wenn wir, ſo wie jetzt, dieſes Glück in unſere Seelen ſchließen, ſo iſt es unſer heiliges Recht— und ſchöpfen wir nicht gerade aus ihm den Muth, daß wir es vermögen, gleichſam jeden Augenblick des Glückes, den wir beſitzen köͤnnten, aufzuopfern, um die Schmer⸗ zen Anderer zu theilen oder zu lindern?“

„Ja, mein Karl, Du haſt Recht!... Aber wie iſt es heute mit dem armen Capitain?“

„Beſſer als ich jemals zu hoffen wagte: er hat noch nie mehr Macht über ſich ſelbſt gehabt!“

„Und Will?“

„Er iſt wohl nicht froh wie ein Bräutigam, ſieht aber doch glücklich und ruhig aus... O, da haben wir ſie!... Nein, es iſt nur Albin!“

Der Capitain trat ein und grüßte mit einer Unge⸗ zwungenheit und Sicherheit, worin nicht die geringſte Gemüthsbewegung lag.

Er hatte, wie Hildur anmerkte, eine ſuperbe Farbe,

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