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Des Gärtners Betty war jetzt als die Aufwärterin der Töchter, beſonders Roſa's, angenommen worden, und war für dieſe eine halbe Geſellſchafterin. Sie hatten mit einander als Kinder geſpielt, ihr Abe gelernt und ihr erſtes Zeichentuch genäht; ſie hatten auch im vorigen Jahre zugleich ihren Confirmationstag gefeiert, und darum war es auch Roſa's Freude, Betty jetzt in allen Arten von weiblichen Handarbeiten und andern Dingen, die für ſie paſſen konnten, zu unterrichten. Wenn es je eine lernbegierige Schülerin gab, ſo war es gewiß die muntere, hurtige und geſchickte Betty oder die ſchöne Betty, wie ſie ebenfalls genannt wurde, denn obgleich ſie die Aufwärterin der drei ſchönſten Mädchen in der Stadt war, ſo konnte doch kein Menſch
läugnen, daß Betty's hübſches Geſichtchen ebenfalls ſich
ſehen laſſen konnte.
„Mamſell Roſa möchte ſo gut ſein, nach Hauſe zu gehen: ich glaube, es iſt was Luſtiges angekommen!“
„Etwas Luſtiges?— Hm, ich möchte wiſſen, was, nite im Winter!“ antwortete Roſa, indem ſie herab⸗
ieg.
„O— kann man denn im Winter nicht vergnügt ſein?“ fragte Betty unſchuldig.
„O ja, verſteht ſich, aber doch auf andere Art, dh verſchiedene Art.... Aber was iſt es denn, liebe
etty?“
„Ja, das weiß ich wirklich nicht recht; ſo viel aber weiß ich doch, daß die Poſt, auf die der Herr ſo lange gewartet hat, nun endlich durch das Eis gekommen iſt, und gewiß war ein Brief mit großen Neuigkeiten dabei.“
Roſa that ein paar Sprünge, als wollte ſie nach Hauſe fliegen; plötzlich aber blieb ſie ſtehen, und indem ſie mit einer mißtrauiſchen Bewegung das ſchöne Köpfchen ſchüttelte, dachte ſie:„Immer bin ich ſo kindiſch — was ſollte Er wohl ſchreiben, daß man mir deßhalb nachzuſchicken brauchte?“
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