Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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dieſem Winter: die alten Schiffscapitaine verſammeln ſich nicht mehr wie ſonſt bei dem Vater meine Wikinger... Bei dieſen Worten ſpielte ein feines und verſchämtes Lächeln auf Roſa's Lippen, und halb⸗ laut wiederholte ſie Albin's Worte:

Mademoiſelle Roſa! laſſen Sie doch nicht das Andenken jedes andern Seemannes durch die glücklichen Wikinger aus Ihrer Erinnerung vertreiben!

Sie blickte zu der Schießſcharte hinaus die Er⸗ innerung an dieſe theuren Worte hatte eine Wärme über ihre Wangen verbreitet, welche abgekühlt werden mußte.

Hu! wie unheimlich ſieht es jetzt aus, das große Meer! Die Eisblöcke ſind die einzigen Segler, welche man erblickt, und ſie ſehen aus wie todte Schiffe in ihrem Leichentuche!... Nein, ich will nicht an Tod. und Leichentuch denken: ich will an den Fruͤbling, den herrlichen, friſchen Frühling denken, da lebendige chiffe mit lebendigen Menſchen auf den blauen Wogen ſchwan⸗ ken und da das eine nach dem andern auf unſerer Rhede Anker wirft. O wie ſchön iſt es dann, auf der alten Ruine von Wisborg zu ſtehen und weit, weit in die Ferne hinaus zu blicken!... Viele Fremdlinge kommen wohl hieher und vielleicht auch manche, die ſchon früher hier geweſen ſind... ach, das iſt doch nicht ſo ganz gewiß nein, man hörte wohl, daß es nicht ganz gewiß war aber auf jeden Fall bin ich da ein ganzes Jahr älter geworden: ein ſiebenzehnjäh⸗ riges Mädchen darf nicht mehr ſo kindiſch ſein, wie ich

im letzten Sommer war.... Hätte er doch nur ein einziges Mal hier auf der Bank geſeſſen und geſehen, wie Junghanſens Tochter es hatte!.. Doch darum

kümmert ſich wohl nur der arme, gute Will Gott ſei gelobt, daß wenigſtens Will in dieſem Winter glücklicher iſt, als er jemals war!.

Mamſell Roſa! erſcholl eine Stimme von unten. Was willſt Du, liebe Betty? 4