Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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in der Mörk'ſchen Familie ganz vergeſſen haben, wie Sonnenſchein ausſieht und wie er ſich empfinden läßt.

Hildur ſetzte mit ihrem Leichtſinne keines Menſchen Geduld länger auf die Probe: ſie war ſo ernſt und vernünftig, als man nur wünſchen konnte, dabei aber auch ſo truͤbe, ſo ſtill und ſo ängſtlich genau in Worten und Geberden, daß ſogar Karl ſie jetzt zu ermuntern ſuchte, obgleich es ihm nicht gelingen wollte. Victor war melancholiſch zerſtreut und langweilig geworden, und ſchweigend ſaß jedes Paar an ſeinem Fenſter, die Mädchen nähten und die Lieutenants ſtarrten bald die Decke und bald einauder an.

Sie ſind ſtummer als Will! pflegte Roſa zu ſagen, indem ſie, um nicht ſelbſt in der trägen Wind⸗ ſtille feſt zu frieren, Will zwang, mit ihr zu tanzen; und wenn Will ſo Roſa's ſchlanken Leib mit ſeinem Arme umſchlang und fühlte, wie ihre Locken an ſeiner Wange vorbei flogen, während ſie ihn tapfer und lachend mit ſich hinweg zog, da war wenigſtens er glücklich.

Doch auch Roſa hatte ihre kleinen Zwiſchenſtunden, in welchen nicht Alles ſo friſch und fröhlich in ihr war. Da ging ſie zu dem geliebten Jungferthurme, ſtieg die ſchwere Treppe hinauf und ſetzte ſich auf die Moosbank, welche Will ihr vor der Schießſcharte gemacht hatte, auf welcher Junghanſens Tochter vielleicht in den geheimniß⸗ vollen Dienſtagsnaͤchten ſaß und hinausſtarrte nach der Ankunft der Befreierin.

O, wie ſonderbar iſt es doch, ſagte Roſa zu ſich ſelbſt, da ſie an einem dunkelgrauen Vormittage ihren, alten Platz an der Schießſcharte des Thurmes einge⸗ nommen hatte,wie ſonderbar iſt es doch, daß mir bis⸗ weilen ſo traurig, ſo wunderlich zu Muthe iſt! Ich darf es keinem Menſchen ſagen, denn ſie ſind ja alle ſelbſt ſo traurig; gewiß aber iſt, daß ich ſehr froh wäre, wenn ich mit den grauen Wolken weit hinweg zu andern Ge⸗ ſtaden fahren könnte.... Es iſt ſo ſchrecklich öde in

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