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in ihrem erkämpften Triumph? fühlte ſie wohl dieſes überſchwengliche Glück, welches ſie als ihr entſchiedenes Eigenthum angeſehen hatte, wenn ſie das Ziel ihres langen Beſtrebens, Thekla zu demüthigen, erreichen könnte?
Nein, ſie empfand kein ſolches Glück, konnte es auch nicht empfinden, denn Thekla war nicht gedemüthigt: ihr ruhiger, ſanfter Blick heftete ſich weder mit Harm, noch mit Schmerz und Verdruß auf die ſiegende Neben⸗ buhlerin— im Gegentheil: es lag darin ein Ausdruck, bei welchem Hildur nicht umhin konnte, ſich ſelbſt faſt gedemüthigt zu fühlen.
„Ol“ fluͤſterte es in ihrem Herzen, da ſie am Abende ſich zur Ruhe begab,„wenn man doch im Voraus be⸗ rechnen könnte, wie Alles enden wird, ſo unterließe man gewiß eine ganze Menge von Dingen! Könnte ich jetzt Alles wieder in die vorige Lage zurückzaubern, ſo wollte ich klüger handeln— aber was ſagte Mutter: wenn man erntet, was man ſelbſt geſäet hat, ſo hat man kein Recht, ſich unglücklich zu fuͤhlen!u
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Neunzehntes Capitel. Ein Brief.
Seit dieſem Abende waren Tage, Wochen und Mo⸗ nate entſchwunden.
Die vier Verlobten waren ſo zu ſagen an ihren Plätzen feſtgefroren, Victor und Thekla an dem einen Fenſter, Karl und Hildur an dem andern. Draußen aber war auch jetzt ein ſtrenger und feſter Winter, und hätte nicht Roſa mit ihrem wärmenden, friſchen Frohſinn, mit ihren lächelnden klaren Augen ein wenig Sonnen⸗ ſchein unter den kalten Nebel gebracht, ſo würde man


