Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Höre, Betty! Biſt Du von der Mutter oder vom Vater geſchickt?

Die Frau klingelte, und als ich hineinkam, ſaß ſie mit dem Herrn auf dem Sopha, und er hatte einen Brief in der Hand, und ſo ſagte die Frau, ehe ſie mich zu ſehen bekam:Ach, mein Gott, wie wird das meine kleine Roſa freuen! Ich kann Dir gar nicht genug für Deine Zuſtimmung dan⸗ ken, mein guter Arne ſie kann dieſe Freude ſo gut nöthig haben, bevor... Hier brach die Frau ab und wendete ſich um, und da ſagte ſie:Betty! Roſa wollte eine kleine Promenade machen, da ſie aber ſo lange ausbleibt, ſo ſitzt ſie gewiß im Junaſe. thurme. Es iſt ſehr kalt jetzt, dort ſich aufzuhalten; darum mußt Du ſie aufſuchen und ihr ſagen, ſie möchte nach Hauſe kommen!

So plauderte Betty, bis ſie vor der Hausthüre ſtanden.

Mit klopfendem Herzen flog Roſa die Treppe hin⸗ auf zu der Mutter, welche jetzt allein war.

Wollteſt Du mir etwas ſagen, liebe Mutter?

Ja, ich glaube wohl! Siehſt Du dieſen Brief, mein Kind?

Der ſieht eben nicht ſo angenehm aus! meinte Roſa, die bei dem erſten Blick auf den Brief zwei be⸗ merkenswerthe Dinge entdeckte: er hatte einen auslän⸗ diſchen Poſtſtempel und war ſichtbarlich von einer alten und etwas zitternden Hand geſchrieben.

Wie kannſt Du das im Voraus wiſſen, Du kleine Schwätzerin? Ich ſollte Dich eigentlich damit ſtrafen, daß ich Dich Deiner Neugierde überließe.

Ich bin nicht neugierig, liebe Mutter!

KRoſa ſprach dieſe Worte mit einer Betrübniß aus, die ſie ſelbſt nicht erklären konnte.

Setze Dich hieher, ſo wollen wir ſehen, ob ich Dich nicht munter machen kann!

Und trotz des ausländiſchen Poſtſtempels und der