Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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ſo nothwendiger, als wir ſo wenig Zeit hatten, vorher an dieſelben zu denken.

Ich hoffe, Karl, Du wirſt nicht vergeſſen, daß ich geſtern Abend keine Mühe ſparte, Dich zu überzeugen, daß wir mehr Zeit nöthig hätten, als Du geſtatten wollteſt!

Ich entſinne mich deſſen ebenſo gut, als daß Du trotz der kurzen Bedenkzeit dennoch Dein Verſprechen gabſt. Wir haben Beide kein Recht, unſere Gründe weder für die Frage noch für die Antwort zu prüfen, denn Beide waren frei; um ſo mehr Recht aber haben wir, von einander eine aufrichtige Erklärung über den Grund zu fordern, auf welchen wir nun die Erfüllung unſerer Gelübde zu erbauen gedenken: die Ehe iſt eine allzu wichtige Sache, als daß ſie nicht unſer ganzes Nachdenken in Anſpruch nehmen ſollte.

gornit werden uns ja erſt in einem Jahr verhei⸗ rathen!

Das iſt wahr; doch die Verlobung iſt eine ſehr ernſte Vorbereitung und um mit dem Vertrauen den Anfang zu machen, ſo will ich Dir offen ſagen, beſte Hildur: ich kann nicht geſtatten, daß Du Dich in Deinen Gedanken und Handlungen als ſo frei anſiehſt, wie während Deiner vorigen Verlobung!

Hildur hätte beinahe laut aufgeſchrieen und dadurch deutlich ihre verletzten Gefühle verrathen; aber es kam nur zu einem ausdrucksvollenO!

Daß Dein Herz gut und rein iſt, glaube ich mit vollkommener Gewißheit; doch aus Achtung gegen den

Mann, welchem Du das Gelübde Deiner Treue gegeben

haſt, aus Achtung gegen Dich ſelbſt und vor allen Dingen aus Achtung gegen die Heiligkeit der Verbindung, in welche Du eingetreten biſt, lege dieſen unglückſeligen Leichtſinn ab, welcher Du weißt es ſelbſt allzu gut uns alle Vier auf den Punkt gebracht hat, wo wir jetzt ſtehen!

Du machſt einen ſonderbaren Anfang, Karl!

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