Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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ſo leiſe.Wenn ich mir aber in meinem ganzen Leben nicht ähnlich werde, ſo kommt das nur daher, weil die Gefühle, welche Du mir einflößeſt, ſo verſchieden ſind von denjenigen, die der Mann für das Mädchen em⸗ pfindet, welches er nur um der Schönheit willen anbetet ich fühle mich bei Dir zu gleicher Zeit ſo glücklich und doch ſo fremd..............

Ungefähr um dieſelbe Zeit ſagte Lieutenant Karl Salzwedel zu ſeiner Braut, die ſchon lange mit ahnen⸗ dem Vorgeſchmack eines nicht beſonders wünſchenswerthen Zuſammentreffens unter vier Augen Gelegenheit geſucht hatte, zu entkommen:Liebe Hildur! erlaubſt Du mir nicht einen einſamen Augenblick?

Wie? meinſt Du jetzt?

Ja! Laß uns in das blaue Zimmer gehen, da doch Niemand dort iſt!

Aber ich glaube, ich muß Roſa jetzt mit dem Therebelſen wendete Hildur ein, welche ſchon zu frieren glaubte. Ich bin überzeugt, entgegnete Karl,Roſa iſt ſo hurtig, daß ſie ſich ſchon helfen wird! Und unbe⸗ greifliche, wunderbare Kühnheit! mit dieſen Worten nahm Karl Hildur's Hand und führte ſie in das er⸗ wähnte Zimmer, ehe ſie noch mit einem Worte ihren Beifall ausgeſprochen hatte. Das Wunderbarſte dabei aber war dennoch, daß Hildur gar keine Verſuchung fühlte, ihr tiefes Erſtaunen und wir mögen es gerne ſagen ihren unbegrenzten Aerger zu verrathen.

Ein Gewinn von Hildur's erſter Lection in der neuen Schule war alſo ſchon gegeben: ſie fühlte die Nothwendigkeit, ſich zu beherrſchen, und weil ſie dieß wollte, ſo konnte ſie es auch.

Meine beſte Hildur! Ein ſo wichtiges Feſt wie dieſes kann oder darf wenigſtens nicht zu Ende gehen, ehe wir einen Blick auf die Pflichten geworfen haben, zu denen wir uns verbindlich machen; und dieß iſt um