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Anſehen gerne retten wollte, wiederholte nun einen großen Theil von demjenigen, was dieſe geſagt und was Karl vergeſſen hatte— wie die gute Alte das Alles wiſſen konnte, davon war natürlich nicht die Rede.
„Nun gut!“ meinte Karl,„es iſt um ſo beſſer, daß ſie ſich ſo zeigte. Doch Eins will ich ihr ſagen, ehe ich den Ring an ihren Finger ſtecke: daß ſie ihr leicht⸗ ſinniges Weſen ablegen muß, denn das ſteht meinem Charakter keineswegs an.“
„Hüte Dich aber doch, lieber Sohn, ſie mit allzu vielen Vorſchriften zu ermuͤden! Du biſt nicht ganz ſo, wie ich erwartete— und, Gott verzeihe mir! ich fürchte, daß Du auch nicht wirſt, was Du ſein ſollteſt!“
„Habe keine Sorgen, Mutter; wenn man aber die beſte Freude im Leben verloren hat, ſo kann man nicht recht zufrieden ſein, daß man ſich über leere Kindereien freuen ſoll!“
Als Karl und Thekla ſich an dieſem Abende in Beiſein beider Familien und unter Victoris und Hildur's bewachenden Augen grüßten, konnte Niemand eine merk⸗ liche Veränderung in ihren Geſichtszügen oder ein Zit⸗ tern in dem Tone bemerken, womit ſie ihren gegenſei⸗ tigen Glückwunſch austauſchten.
Die Worte waren vielleicht förmlicher, als ſie unter andern Umſtänden geweſen ſein würden; doch Alles war ſo„anſtändig“, ſo ehrbar und ruhig, daß man nach Frau Ringeborg's Ausdruck wirklich Freude daran hatte.
Niemand aber war im Stande, die Verzweiflung, den Schmerz und die ſtumme Anklage zu beurtheilen, zu ſehen oder abzuwägen, die in Karl's hartem Händedruck lag— Niemand konnte auch Alles ſehen und ahnen, über das er Thekla aufklärte.
Karl dagegen erhielt gar keine Aufklärungen, denn Thekla's feine Finger lagen unbeweglich in den ſeinigen.


