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„Mein Kind, ich glaube, Präludien dienen bei Dir zu gar nichts: Du biſt ſo ſtark, ſo beſonnen, ſo muthig.“ „d! iſt er krank? iſt er todt?“ ſtotterte Thekla. „Rede ohne Umſtände, meine Mutter!“
„Nicht krank, nicht todt, aber... aber... Nein, mein Kind! Du veränderſt Dich ſo, Du wirſt ſo blaß— mir fehlt die Kraft...“
„Mir fehlt die Kraft nicht, Mutter, wenn ich jetzt nur nicht lange gepeinigt werde!“
„Er iſt... er iſt verlobt!“
„Weißt Du das auch gewiß, Mutter? Meine Ver⸗ lobung hat er doch vor ſeiner Ankunft nicht erfahren können!“
„Er kam auch noch frei nach Wisby.“
„Alſo,“ ſagte Thekla, und ein Zittern brach die Kraft in den feinen Gliedern,„geſtern Abend knüpfte er neue Bande?“
Die bekümmerte Mutter nickte ein angſtvolles Ja.
„Und die Braut?“
„Hildur!“
Thekla ſiel nicht in Ohnmacht, brach nicht in Thrä⸗ nen aus, bewegte ſich nicht einmal aus der Stelle, aber ihr Wange verlor den letzten Reſt von Lebensfarbe, während ihre zitternden Lippen zwei Worte hervorſtießen; dieſe enthielten aber auch Alles:
„Alſo umſonſt!“
Achtzehntes Capitel. Der Verlobungstag. Als Karl Salzwedel, nachdem er die halbe Nacht
in ungeordneten Gedanken auf und ab gewankt, am folgenden Morgen erwachte, war er nur allmälig und
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