Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Unglückliches? das weiß ich nicht, auch nicht, ob es etwas ſo Außerordentliches wäre, wenn ich wieder einen Freier bekäme!

Das nicht! Um ſo mehr aber kommt darauf an, wer der Freier iſt!

Ja, Du magſt Dir bis morgen die Zeit damit ver⸗ treiben, dieſes zu rathen; haſt Du aber bis dahin das Räthſel noch nicht gelöst, ſo löst es ſich ſchon von ſelbſt! Und nun gute Nacht! ich will heute Abend nicht mehr plaudern!.............

In dieſer Nacht kam kein Schlaf in Thekla's Augen. Da ſie jetzt das blaue Zimmer allein bewohnte, ſo hatte ſie auch die Freiheit, ſich hin und her zu werfen; aber ſie mochte ſuchen, welche Lage ſie wollte, ſo fand ſie leider keine Ruhe.

Zwar nahte ſich die Wirklichkeit ihr in keiner Form nein, noch genoß ſie des einzigen Glücks, das ſie jetzt das ihrige nennen konnte: die Gewißheit, daß ſie durch ihre Aufopferung Karl von der Verbindung mit einer Familie gerettet hatte, die eines Tages uber die ſeinige Entehrung herabziehen konnte... dennoch aber lag in Hildur's berechnetem Spiele ſo viel zu überlegen. War es nicht ſchon genug, daß Karl zu Hauſe war, daß er ihre Untreue kannte, daß ſie gewiß in ſeinen Augen tief genug herabgeſetzt war, ohne daß ſie anzunehmen brauchte, er wäre mit einer Andern verlobt... verlobt unmöglich! Sein eigener Brief war ja der beſte Beweis, daß er das alte Band wieder anzuknüpfen wünſchte..

Was es auch ſein mag, ſeufzte ſie und ſtrich mit der Hand über die dunklen Augen, in deren langer Franſe ein paar Thränen hingen,ſo habe ich kein Recht mehr zu klagen! Noch ein Jahr, und ich habe nicht einmal das Recht mehr, in der Einſamkeit der Nacht dem Gedanken an das Glück, welches mir beſchert ſein könnte, eine Thräne zu weihen, denn in ſeiner Liebe lag dennoch eine größere Tiefe, als ich ahnte.. Ar⸗ mer Victor! Du klagſt ſchon jetzt über Dein farbenloſes

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