Teil eines Werkes 
3. Theil (1849)
Entstehung
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Er? Thekla ſagte nicht mehr als dieſes Wort, doch darin lag ein ſo beſtimmter Widerſpruch, als mög⸗ licherweiſe in einem Worte liegen kann.

Sei nicht allzu ſicher, Thekla! Wenn er dennoch verlobt wäre, was kümmerte es Dich, die Verlobte eines Andern?

Beruhige Dich, Victor! Das Band, welches uns vereint, habe ich ja ſelbſt knüpfen wollen; und wenn ein Tag erſcheint, da Karl Salzwedel ſeine Schickſale mit einem andern Mädchen vereint, ſo wirſt Du ſehen, daß ich meine Pflichten keine Sekunde vergeſſe!

Das weiß ich; doch im Stillen... ach, mein Gott!... immer, wenn ich Dich nicht ſehe, wenn Du Dich nicht zu beherrſchen brauchſt, da werden Deine Gedanken, da wird Deine Seele bei ihm ſein, da wirſt Du Deine Thränen dem Andenken an ſeinen Verluſt weihen... O, welch ein bleiches, mattes und farben⸗ loſes Glück iſt doch eine Verbindung, in welcher nur Einer brennt!

Du betrübſt mich mit Deiner Heftigkeit, guter Victor! Glaubſt Du meinen Worten nicht? Biſt Du dieſes farbenloſen Glückes ſchon überdrüſſig?

Ach, vergib, vergib! Victor beugte ſich tief herab auf die Hand ſeiner Geliebten vergib, theure Thekla! doch... ich begreife nicht, was jetzt daraus werden ſoll!

In dem Zimmer der Mädchen ging Hildur heftig auf und ab. Auf alle Fragen, die Roſa ihr vorlegte, hatte ſte noch kein einziges Wort erwiedert.

So behalte dein Dein Geheimniß für Dich allein! ſagte Roſa, indem ſie ſich der Thür näherte.Es ahnt mir, daß es nicht gut ſein kann, weil es Dir Muth gab, die Schonung aus den Augen zu ſetzen, welche Du Thekla's Anweſenheit ſchuldig warſt!

Thekla's Anweſenheit? Behüte! iſt ſie denn eine Heilige, vor welcher man Verſchämtheit und Ehrfurcht heucheln ſoll?