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mer mit nicht allzu ſonderbaren und unglücklichen Träu⸗ men, denn bisweilen haben Träume den Fehler an ſich, daß ſie ganz unerträglich prophetiſch ſind!“
Weder Victor noch auch Thekla antworteten mit etwas Anderem als einem kaltem„Gute Nacht“; doch Roſa, deren Neugierde eben ſo gereizt war, als ihr Herz vor Aerger über Hildur's überlegte Bosheit und großen Mangel an Feingefühl ſchwoll, gab dem Will einige kleine begreifliche Liebkoſungen, wie man ſie Kindern ertheilt, wenn man ſie daran erinnern will, daß ſie gehen ſollen, und er, der ſeine junge Herrſcherin ſo gut ver⸗ ſtand, zog ſich mit Rolf augenblicklich in den dunkelſten Theil des Saales zurück. Jetzt hatte Roſa die Freiheit, Hildur zu folgen, was ſie auch that.
Eine Stunde ſpäter hatte der Hausvater ſich in ſein Zimmer, und die Hausmutter in die Küche hinab bege⸗ ben, und obgleich Will noch dort war, ſo konnte man dennoch ſagen, daß Bräutigam und Braut allein waren.
Einige Augenblicke verblieben ſie ſtill; doch nachdem Victor jetzt, ſo lange es ihm möglich geweſen war, die ſtürmende, längſt durch das heftige Athmen verrathene Unruhe in ſeiner Seele bekämpft hatte, rief er, Thekla's Hand ergreifend, aus:„Er iſt hier!... Aber was pro⸗ phezeit Hildur's geheimnißvolles Weſen?— Glaubſt Du, daß... daß... Entziehe mir nicht Deine Hand— ein Fünkchen Freude im Schmerze wirſt Du mir doch wohl gönnen?“
„Im Schmerze, Victor?“
Nun ja, vielleicht ſoll es eine Freude für mich ſein, durch den Shawl, in den Du Dich gehüllt haſt, zu ſehen oder zu ahnen— gleichviel— wie Dein Herz ſchlägt, zu hören, wie es vor Angſt klopft bei der Vermuthung, die ihre Worte gewiß auch bei Dir hervorgebracht haben?“
„Welche Worte, Victor? Laß uns ruhig und vor allen Dingen aufrichtig ſein— um Gottes willen, keine Mißverſtändniſſe mehr! Was meinſt Du?“
„Wenn er verlobt wäre!


