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willen leiden, doch nicht in dem Sinne, wie Hildur ge⸗ hofft hatte, denn noch war es ihr nicht gelungen, in Thekla’s Seele den geringſten Verdacht zu erwecken.
„Iſt Jemand, der da wünſcht, daß ich weiter leſe?“ ſiel Victor ein, welcher bisher in der Verlegenheit bald die Blätter in Rob Roy, bald den Schnurrbart gedreht und gewendet hatte.
„Ja, guter Victor, ich meinestheils höre gerne noch Etwas mehr!“ ſagte Thekla.
„Ich auch!“ ſielen Amelie und Roſa zugleich ein.
„Ich aber, wenn ich davon los kommen kann, ſo danke ich!“ ſagte Hildur, ziemlich verdrießlich darüber, daß ſie mit ihren myſtiſchen Mienen und ihren kleinen halben Winken nicht mehr Aufmerkſamkeit geweckt hatte. „Mir iſt der Kopf voll von ſo vielen Gedanken, daß ich hineingehe und mich lege, wenn Mutter es erlaubt!“
„Willſt Du denn nicht zuvor mit uns zu Tiſche gehen?“
Jetzt neigte ſich Hildur mit einem Seitenblick zu der Mutter hinab und flüſterte halblaut:„Ich bin allzu aufgeregt dazu, liebe Muter! Darf ich aber morgen früh mit Dir in Deinem Zimmer allein reden?“
„Sehr gerne, mein Kind! Wünſcheſt Du vielleicht heute Abend mit mir zu plaudern? Man ſieht recht gut, daß Du Etwas auf dem Herzen haſt!“
„Nein, meine beſte Mutter! In gewiſſen Fällen iſt es vielleicht am beſten, erſt mit ſich ſelbſt zu Rathe zu gehen: ich bin ſo unruhig, ſo voller...“ Sie brach plotzlich ab und küßte noch einmal die Hand der Mut⸗ ter zum Abſchiede. Darauf ging ſie zum Vater, und nachdem ſie vor dem entfernteſten Fenſter, wo er in ſeiner Promenade, ſtehen geblieben war, ihm einige Worte zugeflüſtert hatte, welche ihn aus ſeiner langen Betäubung zu wecken ſchienen, auf die er jedoch nur mit einem Kopfnicken antwortete, kehrte Hildur wieder an den Tiſch zurück, warf einen faſt durchdringenden Blick von Thekla auf ihren ehemaligen Geliebten und ſagte:„Ich wünſche den Herrſchaften einen guten Schlum⸗
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