„Du gehſt mir allzu ſehr zu Leibe, Vater! Doch wenn Du nun die Jagd einſtellen willſt, ſo ergebe ich mich— nota bene unter Bedingungen!“
„Nun, ſo laß ſie hören!“ Der Alte ſchmunzelte ungewöhnlich vergnügt darüber, daß er, der in der Liebe weder theoretiſche noch praktiſche Kenntniſſe beſaß, dennoch den Nagel hatte auf den Kopf treffen können.
„Ja, Väterchen, es ſteht ſo; ich bin nicht verliebt, vielleicht aber auf dem Wege, es bald zu werden!“
„Gut.— Weiter im Terxt!“
„Weiter habe ich nichts zu bekennen, außer daß ich es mir zum Grundſatze gemacht habe...“
„Still dort im Lager— keine Dummheiten! Grundſätze in der Liebe!... Laß mich kein ſolches Kauderwelſch mehr hören!“
„Aber ſo höre mich doch zu Ende! Ich wollte nur ſagen, daß ich nicht wie ein Narr drauf losgehen will,
ſobald ich merke, daß der Wind die Segel füllt— in
unbekannten Fahrwaſſern ſegelt man vorſichtig, ſonſt macht man leicht Haverie.“
„Und durch eine allzu weit getriebene Vorſicht ereignet es ſich wohl, daß man die Zeit verſitzt und mit Scham und Aerger zuſehen muß, wie ein anderer Segler hinein⸗ ſteuert und ganz gemächlich den Ankerplatz einnimmt!“
„O nein, Vaͤterchen: um ohne alle Gleichniſſe zu reden, ſo iſt diejenige, der ich vielleicht in der Zukunft mein Herz ſchenken wollte, jetzt erſt fünfzehn Jahre— und für den Augenblick iſt es auf jeden Fall das Beſte, daß ich warte, denn in der Stimmung, in welcher ich und der Vater ſchieden, kann es nicht denkbar ſein, daß er, wenn ich auch ſeine Schlechtigkeit überſehen wollte — bereit ſein ſollte, demjenigen ſeine Tochter zu geben, der ihn ſo behandelte, wie ich in meinem gerechten Aerger that.“
Jetzt theilte Albin ſeinem Pflegevater die ganze Lage der Dinge mit.
„Pfui Teufel! Das war ein ſchlechter Kerl! Doch gebe ich nicht ſo viel auf das Anerbieten, welches er Dir


