ziehen— und ſo iſt das junge Herz immer reicher an Nachſicht: ich bin, wie Du weißt, alt und bisweilen mürriſch.“
„Und demnächſt?“
„Demnächſt muß ſie ſchön ſein, wie eine junge Blume. Ich will mir ein ſchönes Brautpaar haben— der Alte ſieht gern ſchöne Frauenzimmer. Doch die Schönheit vergeht; alſo darfſt Du nicht bloß darauf ſehen, ſondern vor allen Dingen auf ein warmes Herz, auf eine reine Seele. Die Gemüthsart muß fröhlich und friſch ſein, ſo daß ſie die Freude in's Haus bringt — eine kleine Lichtelfe, die es nicht unter ihrer Würde hält, bisweilen nach der Violine des Alten zu tanzen... Dergleichen wäre luſtig!“
„Gott tröſte mich! Wo ſoll ich alle dieſe Eigen⸗ ſchaften vereint finden, ohne daß irgend ein Haken da iſt, an den man ſich ſtößt?... Aber Du ſagſt kein Wort von ihrem Vermögen und von ihrer Verwandt⸗ ſchaft?“
„Das thue ich nicht, weil mir Beides ſo ziemlich gleichgültig iſt. Hat ſie Geld, ſo iſt es gut; hat ſie keins, ſo helfen wir uns ohne— und was ihre Verwandtſchaft betrifft ſo ſind alle Klaſſen gleich gut, wenn man über die Angelegenheiten des Herzens einig iſt.“
„Ja, wenn aber zum Beiſpiel gegen den Charakter des Vaters etwas einzuwenden wäre— wenn man mit ziemlicher Sicherheit annehmen könnte, er wäre ein Schurke?“
„Dergleichen würde ich für ſehr ſchlimm halten— doch ſollte das arme, unſchuldige Kind dafür leiden, vorausgeſetzt, daß der Mann nicht öffentlich gebrand⸗ markt wäre?“
„O nein, das eben nicht!“ fiel Albin unbedacht⸗ ſam ein.
„Du Schelm! Glaubſt Du nicht, ich verſtehe, daß Du einen falſchen Cours ſteuerſt?... Sol ſtreiche nun augenblicklich die Flagge und geſtehe, was Du im Schilde verſteckſt! Du biſt verliebt, Junge!“


