pitain ſowohl dieſe Veränderung ihres Antlitzes, als auch das Zittern der Hand unter der Bemühung, den Kuan zu befeſtigen, mit gieriger Aufmerkſamkeit be⸗ trachtete.
Ein Gefühl von doppelt durchgreifender Macht
durchbebte das noch vor einem Augenblicke ſo freie Setz
des Seemannes.„Was beginnſt Du!“ ſagte er zu ſi ſelbſt—„Du lockſt einen Engel herab aus dem Eden der Unſchuld, um auf Worte zu lauſchen, die ein ehr⸗ licher Mann zu keiner Andern xeden ſollte, als zu der⸗ jenigen, welcher er Herz und Kand anbieten darf!... Doch der Vater dieſes Engels iſt ein niedriger, gemeiner Menſch— es wäre entehrend, mit ihm ein Verwandt⸗ ſchaftsband zu knüpfen... doch— iſt das wohl ihre Schuld?... Dieſe ſchönen Blumen, die einen eben ſo warmen Purpur über ihr Antlitz gießen, wie die Sonne ihn über das Meer gießt, was bedeuten ſie? dieſes Zittern, das ſie ſelbſt nicht verſteht, was verkündigt es? dieſe geſenkten Augenlider, welche vielleicht in dieſer Secunde von einem noch dunkleren Schleier beſchattet werden, was offenbaren ſie?“... Er verſank in ihre An⸗ ſchauung, und die immer ſchnelleren Schläge ſeines eigenen Herzens ließen ihn ahnen, was Alles bedeuten könnte. Auch ſeine Wange brannte jetzt von dunkler Röthe, und die Hand, welche er ausſtreckte, um die herunter⸗ gefallene Blumenſchlinge aufzunehmen, zitterte eben ſo heni wie die ihrige, welche die Schlinge zu befeſtigen ſuchte.
Dort ſtanden nun der junge, ſchöne und kraftvolle Mann, die ſchlanke Jungfrau, die Roſe in ihrer Knoſpe, Beide umgoſſen von der Morgenröthedes erſten Schöpfungs⸗ tages, verſchämt, ahnend, von der Blumenkette um⸗ ſchlungen, und ſchienen nicht im Mindeſten an eine Veränderung ihrer Stellung zu denken. Albin hatte ſich nur weiter vorgebeugt, um Roſa auch das andere Ende wieder hinzureichen, welches ſie nun zum dritten Male um das Kreuz geſchlungen hatte, als plötzlich ein


