Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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wortete Hildur ruhig.Iſt es meine Schuld, daß ich den einen Augenblick ſchreien und den andern lachen möchte? Die Lunge macht ſich Luft, das eine Mal ſo und das andere ſo!

Dennoch, Hildur, meinte Thekla mit einem Blick, der ihr tiefes Mißfallen verrieth,könnteſt Du wohl, wenn es nothwendig wäre, Dich beherrſchen!

Ich verabſcheue es, im Zwangſchnürleibe zu gehen, wie Dus: ich will nicht beſſer ausſehen, als ich wirklich bin; und da wir jetzt Beide los und ledig ſind, ſo meine ich, Du ſollteſt nicht länger die Gouvernante ſpielen: das gibt Dir den Anſchein, als wäreſt Du alt es iſt ohnehin ſchon ſchlimm genug, die älteſte Mamſell Mörk zu heißen!

Aber, Hildur! ſchämſt Du Dich denn gar nicht? rief Roſa aus, welche meinte, es wäre ganz himmel⸗ ſchreiend, daß Hildur ſogar mit Thekla ſcherze.

Will das kleine Mütterchen nun auch moraliſiren? Gott tröſte uns die Puppen werden ganz gewiß eiferſüchtig!

Glaubſt Du das? Aber ich kann Dir ſagen, daß ſie alle mit einander in die Bodenkammer gebracht ſind!

O Himmel! das taugt nun und nimmermehr! Jetzt, da Deine älteren Schweſtern nicht länger verlobt ſind, iſt es unbedingt nothwendig, daß die Puppen wieder heruntergeſchafft werden Du kannſt wohl ſelbſt einſehen, daß Du nun auf's Neue ein kleines Kind, die kleine Schweſter, wirſt, bis wir wieder Ringe an den Fingern haben.

Ja, ich danke! wenn Ihr nun aber nie verhei⸗ rathet würdet, ſollte ich da verurtheilt ſein, mein ganzes Leben hindurch mit Puppen zu ſpielen?

Ohne Zweifel, mein Kind: Du mußt Dich für Deine Schweſtern aufopfern!