Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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iſt ſie gottlob gänzlich hinweggehaucht: wenn ich jetzt Victor ſähe, ſo ſollte er mich nicht mehr rühren, als... dieſen Zwieback!

Prahl nur nicht ſo, Du thörichtes Kind! entgeg⸗ nete die Mutter in betrübtem Tone;wenn ich mich nicht täuſche ſie lauſchte und ſah Roſa an, welche aufgeſtanden war und ſich der Thür genähert hatte ſo kann Dein Muth bald zu Schanden werden! Victor kommt gewiß ſchon heute früh, um ſich nach Deinem Zuſtande zu erkundigen: er kommt mehrmals am Tage.

Frau Mörk hatte kaum ausgeredet, ſo trat der Lieutenant wirklich herein; doch trat er auch drei Schritte wieder zurück, als er ſeine todtkranke ehemalige Geliebte mit der Kaffeetaſſe in der einen und dem Zwieback in der andern Hand daſitzen ſah.

Victor war ſo blaß und verändert, daß er wirklich jämmerlich ausſah man merkte, daß er in jedem Augenblick mit ſich ſelbſt zu Gericht gegangen war.

Nein, ſieh', welche betrübte Figur der Lieutenant Victor als verabſchiedeter Liebhaber macht! rief Hildur aus, und lachte dabei ſo klingend und aushaltend wie möglich....Komm Du her, lieber Victor, und trinke Kaffee mit uns: es wird gewiß Deinem Herzen wohlthun, zu vernehmen, daß ich darüber nicht ge⸗ ſtorben bin!

Victor, eben ſo überraſcht als tief verletzt, wendete ſich um und wollte gehen; doch mit einem ſtrengen Blick auf ihre Tochter ſagte nun Frau Mörk:Victor! da Hildur ſo verſöhnlich und ſchweſterlich iſt, ſo erfülle ihre Bitte!

Nein, ich danke! entgegnete der junge Lieutenant; ich habe ſchon Kaffee getrunken und da mein Ge⸗ ſchäft nun beſorgt iſt, ſo will ich nicht länger beläſtigen! Er verbeugte ſich und verließ das Zimmer.

Sildur, Hildur! woher nimmſt Du eine ſolche Kühnheit, einen ſolchen gänzlichen Mangel an Weib⸗ lichkeit? fragte die beſtürzte Mutter.

Ich folge nur meiner Natur, liebe Mutter! ant⸗