Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Armen ſchwuren, daß unſere Liebe nur im Tode er⸗ bleichen ſollte, daß unſere Gelübde, die im Himmel angezeichnet ſtänden, nicht ſtraflos gebrochen werden ſollten?... O, Deine Küſſe brennen noch auf meinen Lippen, Deine falſchen Eide wiederhallen noch in meinen Ohren!... Doch Alles iſt vorbei!... Gib her, gib her das eben ſo falſche Unterpfand!... Sie reichte

den Ring entgegen, welchen Victor ihr mit eben ſo zitternder Hand reichte....So! jetzt kannſt Du ge⸗ hen! Meine Verachtung, mein Abſcheu begleitet Dich!.. Doch nicht Du ſollſt von mir hinweg gehen; nein, ich verlaſſe Dich!

Hildur ſtürzte zur Thür hinaus⸗ Doch ſie kam nicht weiter, als halb über den Saal dort ſank ſie ohnmächtig zu Boden.

Mehrere Minuten blieb Victor unbeweglich ſtehen; darauf ging er langſam, gleichſam jeden Schritt über⸗ wägend, auf den Hausflur hinaus und die Treppe hinab, indem er leiſe murmelte:Welch ein Mädchen... welch ein Mädchen!

Drei Tage lang raſete Hildur, als wäre ſie unter dem Einfluſſe des wildeſten Fiebers; ſie lachte, bat, höhnte, ohne ſich ſelbſt und Andern eine Minute Ruhe zu laſſen.

Wir müſſen wohl zum Doctor ſchicken und ihn in unſer Familienelend einweihen! ſagte Frau Mörk am vierten Morgen, als ſie mit ihren beiden andern Töch⸗ tern am Kaffeetiſche ſaß. Der Großhändler ſelbſt ließ ſich gar nicht ſehen: er irrte einſam umher oder ſ loß ſich in dem Comptoir oder in den Kellergewölben ein. Seine Familie floh er eben ſo eifrig, wie er andere Menſchen ſcheute, und ſein Buchhalter beſorgte ſowohl das Geſchäft mit der Fracht des Capitains Stangerling, als auch alle übrigen Geſchäfte.