Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Hildur, um Gotteswillen, Du vernichteſt mich: ſo vieler Liebe bin ich nicht werth! Steh auf, ſteh auf es könnte Jemand kommen!

Nein, ich ſtehe nicht auf! Was frage ich dar⸗ nach, ob auch die ganze Welt käme: ich frage nur nach Dir... hörſt Du: nur nach Dir!.. und hier will ich liegen, bis Du Erbarmen, Vergeſſen, Verſöhnung gelobſt!

Victor hob ſie nun mit Gewalt auf.Nie, nie kann ich Dich täuſchen: eine Verſöhnung, welche den Sinn hat, unſere Verbindung fortzuſetzen, iſt ganz un⸗ denkbar... ja, Hildur vergib meiner Grauſamkeit undenkbar!

Haſſeſt Du mich denn wirklich?

Keinesweges aber ich fühle, daß es mit meinen Gefühlen gänzlich vorbei iſt. Laß uns nicht zum zwei⸗ tenmale das Schickſal herausfordern: ſei ſtark, Hildur! gib mir meine Freiheit zurück, ſo wie ich hier....

Victor machte Miene, den Ring abzuſtreifen, doch ein furchtbarer Schrei, den Hildur ausſtieß, verſtei⸗ nerte ihn.

Reiße mir das Herz aus der Bruſt, tödte mich doch rühre nicht den Ring an!

Ich kann ja nicht anders Du ſiehſt wohl ein, daß unſer ganzes Leben unter ſolchen Auftritten ver⸗ fließen würde... und Du, die ſtolze Hildur, wirſt doch nicht mit Gewalt den Mann zurückhalten wollen, deſſen Herz ſich ſchon losgeriſſen hat?

O! Du weckſt mich! ich ſtand unter dem Ein⸗ fluſſe einer wahnſinnigen Bezauberung! Nicht Du,

ſondern ich, ich ſelbſt gebe Dir, Deine Nichtswürdig⸗ keit und Unredlichkeit verachtend, Deine Gelübde zurück!

Sieh da! ſie riß den Ring vom Finger und warf ihn weit hinweg von ſichſo zerreiße ich die Gelübde, welche ich Dir geſchworen; ſo werfe ich ſie von mir!... Entſinnſt Du Dich noch des zärtlichen, des wahnſinnigen, unſeligen Augenblickes, da wir auf unſeren Knieen in der kleinen Laube mit verſchlungenen

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