handen geweſen iſt. Wie dem auch ſei, ſo iſt er ein Mann, welcher ſich in ſein unverdientes Schickſal zu finden wiſſen wird. Auch er bittet Gott um alles Gute für Dich, liebe Thekla, und in dieſe Gebete will ich herz⸗ lich mit einſtimmen; denn ein ſtolzes Gemüth und ein eigenſinniger Charakter bedürfen die Kraft vieler Gebete, um zu erweichen. Vergib dieſen vielleicht nach Deiner Meinung allzu offenherzigen Ausdruck einer alten Freundin Ringeborg Salzwedel, geb. Bulmering.“
„Welche ſtolze, hochmüthige Frau!“
„Ja, Mutter; wie Du ſiehſt, iſt es das Beſte, mit der alten Dame vorſichtig zu ſein: ſie würde ſterben vor Betrübniß, wenn auf die theuren Wappen der geringſte Flecken käme.“
„Aber Gott im Himmel! was wird aus Hildur und Roſa?— Sollen auch ſie...?“
„Für ſie können wir das Beſte hoffen: ſie wiſſen nichts, haben alſo auch keinen herzverzehrenden Gedan⸗ ken, der ihr Glück vernichten kann— und überdieß, wenn ein ſo ſchreckliches Ungluͤck eintreffen ſollte, ſo würde Victor ſich weit beſſer darein fügen, als Karl mit aller ſeiner Ruhe.“.
„Glaubſt Du das?“
„Ja; denn Victor beſitzt keinen eingewurzelten Stolz, keine Familienhoffahrt, und was noch beſſer iſt, keine Verwandten— er ſteht allein in der Welt gleich uns: er würde mit uns leiden, doch der Verluſt ſeines An⸗ ſehens in der Welt und ſeiner Beförderung würde ihn nicht tödten.“
„Um ſo weniger, als wir ja nur vont einem Traume reden, deſſen wahren Urſprung wir nicht kennen und der nie bekannt werden kann, weil das Meer ihn in ſeinem Schooße verſchlungen hat. Möchte nur Victor u der armen Hildur zurückkehren; denn mit allem ihrem Leichtſinn, der mir mehr denn einen bittern Augenblick verurſacht, liebt ſie ihn dennoch... Aber es ſieht aus, als ruhte ein düſteres Verhängniß über unſerer Familie;


