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Wochen ſo ſehr an Albin, daß er während der Zeit, da dieſer in Göteborg war, zum erſten Mal fühlte, was Sehnſucht nach einer theuren Perſon iſt. 1
Von ſeiner früheſten Kindheit an allein in der Welt — ein Sohn ohne bekannte Eltern, ein aus dem Fin⸗ delhauſe genommener Sprößling— hatte er um ſo weniger die Heiligkeit eines vertraulicheren Bandes gefühlt, als er ſich niemals auf der Freierbahn verſucht hatte, ſo viele unverſtandene Winke ihm auch ertheilt worden waren. Auch hatte er nie ein Weib geliebt— nicht, weil er die Weiber im Allergeringſten haßte, ſondern ganz einfach, weil er ſich in dem emſigen Laufe ſteter Geſchäfte— Fredrik Stangerling war mit ſeinem gan⸗ zen Kopfe, mit ſeiner ganzen wirkenden Kraft ein Ge⸗ ſchäftsmann— eines Tages an der Grenze des Mannes⸗ alters überraſchte, ohne daß er im Stande geweſen wäre, zu begreifen, wo die Jugend geblieben war... er war, der arme Mann, eigentlich gar nicht jung geweſen. Jetzt war er wohl ſein eigener Herr und ein wohlhabender Mann obendrein; doch die Zeit, die koſtbare Zeit wollte unter den ewigen Reiſen zu weiter nichts ausreichen, als zu den Plänen, welche er entworfen hatte.
Wohl hundertmal hatte er zu ſich ſelbſt geſagt: „Du mußt heirathen— du mußt doch wohl auch ein wenig Freude van deiner Arbeit haben!“ und er hatte weiter geſagt:„Im nächſten Frühling oder Herbſt nimmſt du dir Zeit, um gehörig an die Sache zu denken!“— wenn aber dann der Herbſt und der Frühling kamen, ſo wollte es ſich in dieſem Jahre nicht recht fügen, auch nicht in dem darauf folgenden Winter oder Sommer. Und ſo überſchritt er nicht allein die Grenze des Man⸗ nesalters, ſondern kam auch eine tüchtige Strecke in das Greiſenalter hinein, als er meinte, es ſei nun allzu ſpät, das ſo lange verzögerte Vorhaben auszuführen.
Eine Art von Geſellſchaft wollte er aber dennoch haben, wenn er nach den angeſtrengten Mühen und Zer⸗ ſtreuungen die einſame Junggeſellenwohnung ſuchte, wo die Violine— ſeine vieljährige Freundin— nicht immer


