im Stande war, ihn zu erheitern; da er aber der Men⸗ ſchen mit ihren Anſpruͤchen und ihrer berechnenden Artig⸗ keit längſt überdrüſſig geworden war, ſo wählte er mit ſeinem eigenthümlichen Eigenſinne dieſe Geſellſchaft unter demjenigen Geſchlechte, welches dem Menſchen nur im Aeußern gleicht.
Madama Lona, welche bei einem umherwandernden Leiermanne ihre erſte Erziehung erhalten hatte, wurde von Herrn Stangerling von dem wenig beneidenswerthen Looſe gerettet, unter der Geſtalt eines Kriegsmannes bei der Vorſtellung die akrobatiſche Abtheilung auszuführen.
Es war bei einem Gitterthore vor einem Hofe, wo
Lona, umgeben von einem ſehr zahlreichen Publicum, ihr Debut machte; da es ihr jedoch bei der Generalrepe⸗ tition nicht ſo ausgezeichnet gelungen war, ſo ging es auch mit der Repräſentation ſelbſt nicht beſſer, als daß der Meiſter gezwungen war, die Peitſche zu gebrauchen, und das that er denn ſo gründlich, daß der gutherzige Reiſende(eben Lona's künftiger Beſchützer), der in dieſem Augenblicke des Weges kam, nicht unterlaſſen konnte, ſte mit ſeiner eigenen Peitſche aus der Gefangenſchaft zu befreien und darauf ihr Löſegeld ſo freigebig zu bezahlen, daß der Leiermann davon ein ganzes Affenballet im Großen aufſetzen konnte.
Es dauerte zwar eine ziemlich lange Zeit, ehe Herr Stangerling und Madame Lona— wie er ſie wegen ihrer vielen Launen nannte— mit einander auf einen recht freundſchaftlichen und vertraulichen Fuß kamen, weil Beide herrſchen wollten, Beide Luſt hatten, ihre Uebermacht auf eine fühlbare Art zu zeigen. Endlich aber nahm Madame Lona doch als ein nunmehr gebil⸗ detes Frauenzimmer ihre Partie und wurde vernünftig, das heißt: ſie fing an, ihre untergeordnete Lage in der kleinen Monarchie des häuslichen Staates einzuſehen; und von dieſer Zeit an trat eine Allianz zwiſchen ihr und ihrem Herrn ein, welche nicht überſchritten wurde, als nur in dem außerordentlichen Falle, da es Lona einſiel, entweder die kleine Menuette nicht tanzen zu
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