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„lieber als daß Du zu dem gingeſt, welchem Du gewiſſer⸗ maßen angehörteſt, hungerteſt Du und arbeiteteſt Dich ſelbſt durch tauſend Abenteuer hindurch!“
„Machen Sie mir keine Vorwürfe; ich war ungluͤck⸗ lich, war von allen Menſchen verlaſſen, hatte keinen andern Rathgeber, als nur mich ſelbſt, ein kaum vier⸗ zehnjähriges Kind, gebunden von einem Verſprechen, deſſen Bedeutung man mich hatte einſehen gelehrt! Auch war ich ſtolz: ich wollte nicht kommen als ein Bettler, ein Glückſucher, welcher ſich nicht zu helfen weiß, welcher fürchtete, daß man ihm nicht glauben würde, und welcher dennoch ebenſo ſehr ein Aufſehen fürchtete, das Dinge beleuchten würde, welche er in der Finſterheit zu laſſen gezwungen war. Und ſogar noch in dieſem Augenblicke,“ fuhr er mit tiefer, zitternder Stimme fort,„ſteht ja noch eben dieſes Geſpenſt, eben dieſes dem Kind abgedrungene Gelübde zwiſchen mir und dem, welchen ich ſonſt ſo gerne Vater nennen möchte! Ich, ſchon in meiner Ju⸗ gend ein Einſiedler, ich, der ich mich ſo warm nach einem Herzen geſehnt habe, an das ich mein eigenes legen könnte, muß ich nicht davon gehen, denn wer wird mir wohl glauben!“
„Das will ich, Junge!“ ſchrie der alte Herr auf, indem er ihm ſeine beiden Hände hinreichte.„Ich fühle es in meinem eigenen Herzen, daß Deines, hol' mich der Henker, von dem rechten Schrot und Korn iſt!... Und nun theilſt Du mir Alles mit, was Du erlebt haſt — gehe um das unglückliche Gelübde herum, ſo nahe Du kannſt: ich höre Dir zu mit offenen Ohren.... Zuvörderſt aber noch ein Wort: ſage mir, ob der Capi⸗ tain Flyborg etwas von dem Verhältniſſe wußte, in welchem Dein Vater zu mir ſtand!“
„Weder vor ihm noch vor irgend einem andern Menſchen habe ich jemals Ihren Namen genannt, außer in dem Zuſammenhange mit der Dispoſttion des Capi⸗ tains Flyborg; auch der Capitain nannte ihn niemals: er ſagte mir auf ſeinem Sterbebette nur ſeinen letzten
Der Jungferthurm. I. 21


