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„Nein, kein Verbrechen, keine Schuld, das ſchwöre ich!“
„Warum willſt Du denn nicht zu dem ſliehen, wel⸗ chen Dein Vater ſeinen Freund nannte— oder ſollteſt Du es vielleicht läugnen, Dich als den Sohn des Wil⸗ helm Jentzel zu erkennen? Alles ſcheint gleichwohl zu beweiſen, daß Du es biſt. Man hat mir erzählt, daß Du Dich ſelbſt für einen eingebornen Schweden, für den Sohn eines ehemaligen Kaufmannes ausgegeben, daß Du Dich mit Deinem Vater und Deinem Bruder im Auslande, zuletzt in Frankreich aufgehalten haſt, bis Du dreizehn oder vierzehn Jahre alt warſt, und daß Du Dich allein von der ganzen Beſatzung des Fahrzeuges, welches Euch herüber führen ſollte, gerettet haſt. Das Einzige, das ich nicht zuſammen reimen kann, iſt der ſonderbare Umſtand, daß Ihr auf einem franzöſiſchen Schooner von Nantes abginget, daß aber Du, zufolge Deiner eigenen Angabe, da Du gerettet und auf dem Fahrzeuge des Capitains Ennes aufgenommen wurdeſt, von einem norwegiſchen kamſt. Auf dieſes Alles m ußt Du mir Antwort geben, denn ich ſage Dir, ich habe das Recht, im Namen Deines Vaters Wahrheit zu fordern; Dein Vater— ich wage darauf zu ſchwören— hat Dir gewiß mehr denn einmal geſagt, daß er die Abſicht hatte, Dich und Deinen ſtummen Bruder meiner Für⸗ ſorge anzuvertrauen?“
„Ja, das war wirklich ſein oft ausgeſprochener Wunſch, den er gewiß auch ausgeführt haben würde, wenn Gott es erlaubt hätte.“
„Nun wir ſind alſo, Gottlob! ſo weit gekommen, daß Du Dich für Wilhelm Jentzel's Sohn erkennſt!“
„Bewahre mich der Himmel, den beſten und liebe⸗ vollſten Vater, meinen ſo heiß geliebten Vater, zu ver⸗ leugnen! Ach, Herr Stangerling! mehr denn ein⸗, ja mehr denn tauſendmal habe ich an dieſen ſo frohen und dennoch ſo bittern Augenblick gedacht, da wir uns treffen würden— durch das Teſtament des Capitains Flyborg erwartete ich es ganz beſtimmt!“ „Sonderbarer Junge!“ ſagte der Alte gedankenvoll;
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