Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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dem Rauſche! Großer Gott, welche Entehrung, und noch um ſo größer, als es, wenigſtens theilweiſe, eine Lüge iſt: nicht der Rauſch des Weines, ſondern der Wuth brannte in meinen Adern!... Wenn mein alter, ehren⸗ werther Capitain mich jetzt ſähe, ſo würde er mit Abſcheu ſich von mir hinwegwenden!“

In dieſer peinigenden Unruhe, mit vieſen verzehren⸗ den Vorwürfen, wandelte Albin heftig auf und ab; er konnte nicht an ſeine Geſchäfte gehen, denn er hielt es für entſchieden, daß ihm der Großhändler im glücklichſten Falle ſeinen Abſchied geben würde...„Sollte ich viel⸗ leicht hinauf gehen und bitten, mit ihm reden zu dürfen — oder ſollte ich...“ Albin hatte nicht Zeit, den Satz zu Ende zu denken, denn die Thür ging auf, und der Eine von den Knaben ſteckte den Kopf herein.

„Herr Jentzel! der Patron läßt Ihnen ſagen, Sie möchten zu ihm kommen: er erwartet Sie in ſeinem Zimmer!“ Und ohne eine Antwort zu erwarten, eilte der Junge davon: er fürchtete ſich augenſcheinlich vor allen Fragen.

„Wohlan denn,“ rief unſer Held aus, indem gleich⸗ wohl ein Zittern durch ſeine Glieder eilte,„ich kann meiner Strafe nicht entgehen! Was mich am meiſten drückt, iſt aber doch, daß ich noch geſtern rein vor dieſem Menſchen ſtand und ihn mit Ruhe und Selbſtvertrauen anſehen konnte: mein Leben und meine Handlungsweiſe gaben mir ein gewiſſes Uebergewicht. Wenige Stunden haben Alles verändert: heute bin ich in moraliſcher Schlechtigkeit ihm gleich— in allen andern Stücken iſt das Uebergewicht auf ſeiner Seite, und ich habe es mir ſelbſt zu verdanken, daß ich zu gleicher Zeit meinen Dienſt, meine Ehre und den einzigen frohen Genuß verliere, den ich in dieſem Leben gehabt habe, Mittags die arme, unglückliche, junge Frau zu betrachten.... Albin hielt hier inne; er wurde von einem neuen Gedanken über⸗ raſcht.„Wenn... wenn irgend eine geheime Urſache, ein geheimer Unwille gegen den Herrn mich zu dem Verbrechen verleitet hätte?.. Nein, ich ſenke mich

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