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Waldemar Klein : schwedische Original-Novelle ; drei Theile / von Flygare Carlén
Entstehung
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mir das? Ich habe dann nichts mehr von dir zu er⸗ bitten.

Große Tropfen fielen von Waldemars Auge auf die Hand nieder, die er in der ſeinen hielt.

O Julie, heiliger, bald verklärter Engel, verzeihe mir den Sch hmerz, den ich dir unbewußt verurſachte! Nehme mit dir in jene lichte, ſelige Heimath das Gelübde, das ich dir hier thue, ſo lange ein Gedanke in meiner Seele und ein Gefühl in meinem Herzen wohnt, deine Tochter zu pflegen und zu lieben. Dieſes heilige Unterpfand dei⸗ nes Vertrauens werde ich dir dort einſt wiedergeben, wo die irdiſche und die himmliſche Liebe in eine einzige Flamme verſchmil zt, die klar und rein alles vereint, was hienieden getrennt war.

Ein Lächeln voll himmliſchen Friedens verbreite ſich über das bleiche Antlitz.Nun bin ich glücklich, lispelte ſie leiſe,und bereit. Bald iſt Alles überſtanden. Schicke nach deiner Marie, und laß das Mädchen mit meiner klei⸗ nen Hortenſe hereinkommen.

Dieſe Anordnungen nahmen blos ein paar Minuten in Anſpruch; aber wie ſchandorle Klein, als er wieder zurückkam! Sie hatte ein paar Mal gehuſtet, und ein klarer Blutſtrom floß aus ihrem Munde. Mehrere Minu⸗ ten lang gab ſie kein Lebenszeichen von ſich. Endlich glückte es Waldemars vielf fachen Bemühungen, noch einmal eine Spur des fliehenden Geiſtes zu beleben. Als ſie die Augen aufſchlug, war ſie bei voller Beſinnung. Marie ſaß auf der einen Seite, in ihren edlen Zügen malte ſich der tiefſte Schmerz und Schauder, und Juliens kleine Tochter ſaß auf ihrem Schooße. Waldemar ſtand auf der andern Seite, in tiefer Rührung und geſpannter Erwartung.

Nun iſt es vorbei, flüſterte ſie leiſe.Marie! Waldemar! Eurer Fürſorge vertraue ich das Theuerſte an, das ich beſitze, mein geliebtes Kind. Grüßet Guſtav und ſeine Karoline! Eine lange Pauſe.

Waldemar Klein.