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Waldemar Klein : schwedische Original-Novelle ; drei Theile / von Flygare Carlén
Entstehung
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198 Leben Sie wohl, guter, redlicher Freund! Dieſer Brief iſt gewiß der letzte, den Sie von mir bekommen. Komme ich im Frühjahr nicht hinab, ſo erinnern Sie ſich meiner Bitte! Thun Sie Alles für Hortenſe und ſeien Sie ihr, was Sie immer waren Ihrer dankbaren Freundin Julie von K.

Dieſer Brief einige Monate vorher geſchrieben, ehe unſere Erzählung wieder beginnt, war blos ein ſchwacher Umriß des wirklichen Sachverhalts. Der Rittmeiſter hatte ſowohl während der Badereiſen, als während den Wintern in Stockholm, ſeine galante Verbindung mit Frau von T erneuert. Die arme, kranke und bleiche, leidende Julie konnte nichts anderes mehr für ihn ſein, als ein Gegenſtand ſeines Mitleids und bisweilen auch ſeiner ſchlechten Laune. Das kleine, einſt ſo entzückende Boudoir war jetzt zu einem Tempel der nahenden Ver⸗ gänglichkeit eingeweiht. Nur die eitlen Bemühungen Aeskulaps herrſchten dort, und die ſchöne, lebensfrohe und ſo viel bewunderte Julie St-hal kämpfte hier, faſt allein, den langen, qualvollen Kampf des Lebens mit dem Tode. In dem düſtern und dumpfen Kranken⸗ zimmer behagte es dem Rittmeiſter allzu wenig, und ſeine Frau hatte mehr als hinreichend Zeit, Betrachtun⸗ gen über die große Veränderung in ſeinem Betragen anzuſtellen. Morgens pflegte er ſie gewöhnlich zu beſu⸗ chen; aber ſeine Laune war dann von den Verluſten verſtimmt, die er den Tag zuvor im Spiele erlitten hatte, und ſomit wenig geeignet, der Kranken eine lin⸗ dernde oder frohe Stunde zu bereiten. Sein Geſpräch bei dieſen Morgenbeſuchen beſchränkte ſich gewöhnlich auf folgende Fragen:

Guten Morgen, mein Schatz! Wie befindeſt du dich heute? 8