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Waldemar Klein : schwedische Original-Novelle ; drei Theile / von Flygare Carlén
Entstehung
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Julie antwortete ſanft und freundlich, wie gerade ihr Zuſtand war.

Du kannſt nie geſund werden, Julie, ſo lange du ſo einſam lebſt. Ich glaube, daß es dich weit mehr auf⸗ heitern würde, wenn du heute Abend in die Oper fahren würdeſt.

Nein, mein Lieber! antwortete ſie,meine Kräfte und noch weniger meine Gedanken, die auf etwas Anderes gerichtet ſein müſſen, erlauben das nicht.

Pah! dieſe Grillen! Ich ſehe nicht ein, warum du nicht, da du doch in deinem Schlafzimmer und in dieſem von Arzneien verpeſteten Raume aus⸗ und eingehſt, ebenſo gut wenigſtens in den Salon dich begeben, und dort Ge⸗ ſellſchaft empfangen könnteſt. Glaube mir, meine Liebe, hier erſtickſt du ſchon an der Luft.

Ich danke dir, mein Freund, ich weiß, du meinſt es gut; aber ich will meine Kräfte ſchonen, um im Frühjahr eine Reiſe nach Knapergaarden machen zu können. Du weißt, das iſt mein einziger Wunſch.

Nun, der iſt ganz unſchuldig, meine Süße! Wir wollen hoffen, daß er in Erfüllung geht. Indeſſen mußt du mich entſchuldigen, mein Engel! Ich habe mich auf heute Mittag und Abend verſprochen. Und dabei nickte der Baron ſeiner Frau zu, machte einen kleinen Tanz auf dem Boden mit ſeiner kleinen Tochter, und eilte zu neuen Zerſtreuungen.

So verging Tag um Tag. Des Barons Beſuche im Krankenzimmer ſeiner Frau wurden immer ſeltener. Julie klagte nie; ſie ſchwieg und litt. Doch ich will den Leſer mit einer Beſchreibung der beſorglichen Sta⸗ dien ihrer ununterbrochen zunehmenden Kränklichkeit nicht ermüden. Jeden Tag drückte der Tod ſein Ge⸗ präge feſter in die bleichen, feinen Züge. In demſelben Maße reſignirte ſich ihre Seele und reifte zu einer nahen Veredlung. Blos die Erfüllung eines einzigen