Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Liſa hörte ihrer mit keinem Worte erwähnen, kein Wort, welches auf irgend eine Fortſetzung ihrer Be⸗ kanntſchaft hingedentet hätte, und ſie war geſcheidt ge⸗ nug, einzuſehen, daß dieſer Beſuch nur dazu dienen ſollte, zu zeigen, daß von nun an keine Gemeinſchaft mehr zwiſchen ihnen ſtattfinden würde. Der Beſuch war kurz.

Der Herr Diſtriktsrichter ſind verlobt, wie ich ver⸗ nehme ich habe die Ehre, zu gratuliren! ſagte Liſa mit einem ſpitzigen Lächeln, als der Wetterquiſt zurückkam.

Ein kaltes:Ich danke, nebſt einem ſteifen Bück⸗ ling war Alles, was er erwiederte.

Liſa erſtickte faſt vor Zorn, ihre letzte Hoffnung, Eintritt in den gräflichen Kreis zu erhalten, war zu Waſſer geworden. Gleich einer Rakete flog ſie auf den Alten los, welcher ſeinen Gaſt bis zur Treppe begleitet hatte; über wen, als über den armen Kreuzträger könnte ſte wohl die ganze Bitterkeit ihrer fehlgeſchlagenen Be⸗

rechnung ausgießen?

Der Kammerer wünſchte ſich aus Herzensgrund tauſend Meilen weit von dem Eilande der Glückſelig⸗ keit weg.

Morgen reiſen wir! ſagte Liſa ein paar Tage darauf, nachdem ſie zu Gunſten eines Balles zweier Soiréen ihr Inkognito aufgegeben, ſich aber dabei voll⸗ kommen überzeugt hatte, daß es ihr nicht möglich werden würde, Zutritt in dem geſchloſſenen Kreis der tante votée zu erhalten, oder auch nur in den öffentlichen Unter⸗ haltungen in irgend eine Berührung mit ihr zu kommen. Morgen reiſen wir! In dieſem unerträglichen Neſt halte ich es nicht länger aus! Ihr Ton verkündete, daß von Widerſpruch keine Rede ſeyn dürfe.

Ja, mein Kind, wie es Dirzbeliebt, erwiederte der Kammerer; heimlich dachte er aber:Ich wußte wohl, daß die guten Tage nicht lange dauern würden.