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er unter flüchtigem Erroöͤthen ſeine alte Bekanntſchaft, lüftete vor Liſa fremd und ſteif den Hut und begrüßte dann den Kammerer mit einer Handbewegung wie einen Bekannten.
Gott, welch' ein Aerger! Liſa konnte ſich kaum auf den Füßen halten, ſie mußte ſich ſetzen; ſie wußte nicht einmal, ob einer von den Andern ſie nur gegrüßt hatte.
„Laß uns nach Hauſe gehn!“ ſagte der Kammerer. „Du ſiehſt ja, daß er Dich in ſo hoch vornehmer Ge⸗ ſellſchaft nicht kennt.“
Liſa ſchnauzte den Alten dergeſtalt an, daß er nicht mehr zu mukſen wagte. Was hatte ſie nun für alle ihre Mühe! Nach der adeligen Jungfer Naſeweiß guckten ſie Alle, und ſogar diejenigen, welche vorher nur nach Liſa geſehen hatten; und Wetterquiſt, der miſerable Menſch, wollte auch noch thun, als erinnere er ſich gar nicht mehr, daß ſie einſt ſeine Geliebte geweſen— nein, das war zu viel! Daß er ihr auch nicht Zutritt in die Ge⸗ ſellſchaft verſchaffen würde, in welche er, Gott weiß wie, gekommen war, ſah ſie ebenfalls wohl ein. Aber das war leider gewiß, daß, wenn ſie nicht in den vornehmen Kreis kommen konnte— und wie dieß anfangen?— kein Menſch ihr Aufmerkſamkeit ſchenken würde; und lieber als dieß, lieber als, daß ſie ſich mit hochmüthiger Gleichgültigkeit behandeln ließ, lieber wollte ſie ſtracks nach Hauſe. Sie erkannte bereits, daß ſie nicht klug gehandelt, dieſen Badeort zu wählen, wo ſich ſo viel Adel eingeniſtet hatte, daß ſie völlig davor verſchwand.
Als Liſa in ihrer Wohnung ankam, zog ſie Nach⸗ richt über die Geſellſchaft ein, welcher ſie begegnete; allein wer beſchreibt ihr Erſtaunen, als ſie hörte, daß es der reiche Graf von Dagſtaholm mit ſeiner Gemahlin und Fräulein von Lindfelt, ihrer Nichte, und deren Bräutigam, ein Diſtriktsrichter Wetterquiſt ſey!„Bräu⸗ tigam.. Wetterquiſt... Der Graf von Dagſtaholm...


