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den alten Mann in ihre Arme, mit einem Feuer, wel⸗ ches ihm noch nie zu Theil geworden war. Sie ſang, tanzte und benahm ſich ganz wie ein verzogenes eigen⸗ ſinniges Kind, welchem man ſeinen Willen gethan hat.
Nach unglaublichen Plackereien, welches dem Kam⸗ merer beinahe den Verſtand koſtete und mehr Geld, als er in zehn Jahren für ſich ſelbſt ausgegeben hatte, ſaß der geplagte Mann mit ſeiner jungen muntern Frau in dem neuen hübſchen Wagen und rollte unverweilt dem Ort zu, den er alle Urſache hatte, wenigſtens ihrem Verſprechen nach, als das irdiſche Paradies, als das Eiland der Glückſeligkeit anzuſehen, wo all' ſein früherer Kummer ein Ende nehmen und ein neues ſchönes unendlich herrliches Leben beginnen ſollte.
Für Liſa war der Badeort gleichfalls ein Eldarado. Sollte er denn nicht Zeuge ihrer unzähligen Triumphe ſeyn?— ſollte ſie nicht hier, einzig durch ihr Auftreten alle die herumflatternden Schmetterlinge feſſeln und zu ihren Füßen bannen?—
In den erſten Tagen hielt ſich Frau Laßman ge⸗ treulich daheim. Das Gerücht von ihrem Reichthum, ihrer Schönheit und Liebenswürdigkeit, hatte ſie indeſſen doch, ſo weit es thunlich war, in Umlauf zu bringen geſucht. Uebrigens litt ſte gewaltig in ihrer Einſamkeit und gähnte erbarmlich vor Langeweile, legte ſich aber demungeachtet die Selbſtverläugnung auf, vor dem Alten zu ſpielen und zu ſingen, in der Hoffnung, daß ihre Stimme, welche ſie nunmehr, der Verſicherung des Herrn B.— zufolge, als völlig ausgebildet anſehen durfte, auch andere Zuhörer herbeilocken moͤchte. Ihr Plan miß⸗ glückte auch nicht, ſie zog die Blicke manches jungen Mannes auf ſich; und wenn ſie ſich öffentlich zeigte, ſo haftete die Aufmerkſamkeit Aller auf der übertriebenen Pracht ihres Anzuges, welche auf höchſt ergötzliche Weiſe gegen den einfachen Rock des Kammerers abſtach. Ihrer


