Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Liſa, entgegnete der Kammerer und legte ſeine Hand mit einem wahrhaft rührenden Ausdruck auf die ihrige:ich bitte Dich, mach' mich nicht wahnſinnig! Laß mich in Frieden!

Aber, liebſter Laßman, beſtes Alterchen, Du biſt doch gar zu wunderlich es geſchieht ja für unſere Geſundheit, zu unſerm gemeinſamen Beſten!

Zu Deinem Vergnügen, bei meiner armen Seele, zu nichts Anderem! Oder willſt Du in meiner alten Chaiſe fahren, mit Einem Zimmer vorlieb nehmen und nur für mich und meine Pflege leben?

Was die erſten Punkte betrifft, ſo weißt Du ſelbſt, daß wir uns dadurch nur lächerlich machten. Was das andere betrifft, ſo verſpreche ich, daß Dir nichts zu wünſchen übrig bleiben ſoll! Du ſollſt ſehen, daß ich beſtändig bei Dir zu Hauſe bleibe, niemals ohne Dich in Geſellſchaft gehe und Dir folge wie Dein Schatten. Kurz, lieber Laßman, wenn Du Deine Zuſtimmung zur Reiſe gibſt, ſo will ich mir Alles gefallen laſſen, wie im letzten Winter, wo Du mich wie unter einer Glas⸗ glocke gehalten haſt.

Nach allerhand wunderlichen und ſinnreichen Plä⸗ nen, das größtmögliche Auſſehen zu machen, dem höch⸗ ſten Glück, nach welchem ſie ſtrebte, war Liſa um die erwähnte Zeit auf die romantiſche Idee gekommen, in irgend einem Bade durch die eremplariſche Seelen⸗ ſtärke, womit ſie, eine junge, ſchöne, gewiß ſehr ge⸗ feierte und geſuchte Dame, ſich für ihren alten kränk⸗ lichen Mann opfern wollte, Furore zu machen. An ſeiner Seite konnte ſie ſich übrigens nicht ſelten, gleich einer flüchtigen Erſcheinung zeigen, welche man nur aus der Ferne ſehen und anbeten darf, ohne ſich ihr nähern zu können. Welches Aufſehen mußte dieß er⸗ regen, beſonders wenn ſie mit gehöriger Pracht auftrat, mit einer Toilette, welche alle Damen im Bade zur

Kammerer Laßman. II. 16