238
betrogene Mann ſeinem traurigen Geſchick Preis gege⸗ ben, welchem er kaum erſt entgangen zu ſeyn wähnte, und ſein Zuſtand wurde ihm um ſo qualvoller, als er bald die bittere Erfahrung machte, daß nur ſein Krank⸗ ſeyn und die damit verknüpfte Hoffnung ſeines baldigen Ablebens die Ouelle von Liſa's Zärtlichkeit war.
Um vollſtändige Gewißheit zu erhalten, ſtellte ſich der Kammerer einige Mal ſehr angegriffen, und hatte leider immer mehr zu dem Glauben, den er ſo gerne aufgegeben hätte, daß ſeine ſchwarzen Vorſtellungen Täuſchung geweſen ſeyen. Nein, es war leider keine Einbildung: Liſa war dann die zaͤrtlichſte, ſorgſamſte Gattin von der Welt— kaum beſſerte es ſich aber mit ihm, ſo daß er wieder von der Zukunft ſprach und glaubte, der Herr werde ihm vielleicht noch ein paar Jahre ſchenken, um ihn für die letztverfloſſenen zu ent⸗ ſchädigen, da legte ſich die Stirne der jungen Frau in ſichtbare Falten und ſie verſchwand auf einmal von dem Platze an ſeinem lieben alten Sopha, als ſey ſie weg⸗ geblaſen.
„Großer Gott, ich lebe ihr zu lange!“ ſeufzte der Alte und griff nach der einzigen augenblicklichen Linde⸗ rung in ſeinem unausſprechlichen Elend, nach der großen Schnupftabacksflaſche, welche nebſt einem paar Kame⸗ raden am Fenſter ſtand.
Früher ſchnupfte der Kammerer nur wenig, nur bei feierlicher Gelegenheit nahm er gleichſam zum Zier⸗ rath eine Priſe aus der goldnen Doſe; jetzt dagegen, wo ſich ſo Vieles verändert hatte, war dieß auch mit ſeinem Geſchmack der Fall und das Bedürfniß, wenig⸗ ſtens irgend eine Geſellſchaft zu haben, führte ihn im⸗ mer häufiger zu ſeiner Doſe und am Ende zum unauf⸗ hörlichen Gebrauch derſelben. Seine Geldgeſchäfte hatte er längſt aufgegeben, und ſeine einzige Unterhaltung, wenn er nicht über Liſa Wache hielt, oder vor dem
Spies auf 7 an d falt Läche ſtens unan teille
ſich wenit tagsſ wohl
haſt mete
daue fragt Kam
wo e
ſam
ſeit Bou war, ſpielt Heſſi Töne gleich den Liſa, ihrer


