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dieſe es fordern. So lang Du krank biſt, lieber Alter“ (Liſa glaubte ſo gerne, daß der Alte ernſtlich krank ſey), „werde ich Niemand annehmen. Man ſoll nicht von mir ſagen, daß mir das Vergnügen über meine Pflicht geht!“ Mit dieſen Worten ging Liſa vor die Thüre, um dem Mädchen zu ſagen, daß ſte Niemanden annehme.
Erſtaunt ſah der Kammerer in die Höhe; es war ſchon lange her, daß es ihm nicht ſo wohl geworden, wie eben jetzt, als er Herrn B— wieder umkehren ſah; es war ein wohlthuender Thautropfen auf ſein wundes Herz und er drehte an dem Spiegel, um möglichſt lang den Genuß zu haben, den gehaßteſten von den Anbetern ſeiner Frau langſamen Schritts in großer Verwunde⸗ rung abziehen zu ſehen.
„Jetzt wirſt Du doch zufrieden ſeyn, lieber Alter?“ ſagte Liſa ſanft und faßte ſeine Hand.
„Ja, das iſt wahrhaftig ſehr gut und lieb von Dir, mein Kind. Gott gebe, daß ich Dir dafür irgend eine Freude machen könnte!“
„Werde mir geſund,“ erwiederte das falſche Weib, „mehr wünſche ich nicht!“
Sie widmete nun dem Alten die ſorglichſte Pflege und dieſer fühlte ſich viel zu glücklich, um auf den Ver⸗ dacht zu kommen, daß es lediglich die Ausſicht auf ſeinen baldigen Tod war, welcher er dafür dankbar zu ſeyn hatte.
In der Hauptſache ſelbſt blieb es indeſſen beim Alten; denn obgleich die Engbrüſtigkeit immer fort⸗ dauerte, befand ſich doch im Uebrigen unſer Laßman ziemlich munter. Als Liſa merkte, daß ſich ihre Hoff⸗ nung nicht realiſiren wollte, ſiel ſie nach und nach wieder in die alte Gewohnheit zurück. Die lieblichen Tage der Seligkeit, welche die Lebensgeiſter des Schmer⸗ zensmannes geweckt hatten, verſchwanden eben ſo plötz⸗ lich, wie ſte gekommen waren. Abermals ſah ſich der


