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„Uff, wie liegt es mir ſchwer auf der Bruſt!“ ſtoͤhnte der Kammerer und ließ die Augen langſam von ſeinem Spiegel auf ſeine Frau gleiten.
„Mein armer Alter, warum hältſt Du Dich nicht in Ruhe?“ ſagte Liſa mit einer gewiſſen Herzlichkeit.
„In Ruhe— ja Du wunſchſt mich zur Ruhe, viel⸗ leicht gar in's Grab!“
„Wie magſt Du nur ſo reden, lieber Laßman, das iſt recht garſtig von Dir!“ damit preßte Liſa ein Thrän⸗ chen heraus.„In's Grab ſollte ich Dich wünſchen?“ wiederholte ſie.—„Gott bewahre mich!“ Heimlich dachte ſie aber:„Wenn er nur ein Mal fort wäre! Mit einem ſo hübſchen Vermögen— was werden ſie ſich da um meine Hand reißen.— Aber ich bin nicht ſo leicht zu gewinnen. Vielleicht ſo ein armer Baron, oder gar ein Graf— wer weiß— eine junge, hübſche, kinder⸗ loſe Wittwe kann ſchon Anſprüche machen!— Und bei dem Allem, bei dieſem gewichtigen Punkt in Liſa's Ge⸗ danken, konnte ſie ein wohlgefälliges Lächeln nicht zurück⸗ halten, welches ſcharf gegen ihren früheren vorwurfs⸗ vollen Ausruf abſtach:„In's Grab— Gott bewahre!“
Der Kammerer ſeufßzte tief; er holte mit unge⸗ wöhnlicher Beſchwerde Athem.
„Es iſt heute ſchlimmer mit Dir, lieber Mann,“ ſagte Liſa, trat auf ihn zu und legte ſeinen Kopf an ihre Bruſt,„es iſt in der That heute ſchlimmer mit Dir.“
„Ja, es iſt mir auch recht ſchlecht, und dabei plagen mich auch noch die Canaillen, welche kein größeres Vergnügen kennen, als hinter meinem Rücken zu lachen... Da ſieh,“ dabei zuckte es ihm über das ganze Geſicht— „da kommt gleich der Erſte, der gemeine Kerl, der B—, der mich noch zu Tod ärgert!“
„Weder er noch ein Anderer ſoll angenommen werden,“ erwiederte Liſa mit einer Art heldenmüthiger Aufopferung;„ich lebe nur meinen Pflichten, ſobald
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