Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Mit dieſem vortrefflichen, auf reinſte Menſchenliebe gebauten Vorſatz, beſchloß der Regierungs⸗Sekretär in ſeinen Nachforſchungen über den Aufenthaltsort ſeiner weiland Geliebten nicht nachzulaſſen und war auch endlich ſo glücklich, denſelben ausfindig zu machen. Inzwiſchen wollte es das Schickſal, daß er ſich, zur Betreibung der wichtigeren Angelegenheit, ein paar Tage in benann⸗ tem angenehmem Pfarrhauſe verweilte, und demzufolge erſt am Tage nach des Kammerers Abreiſe an dem Orte ihres bisherigen Aufenthalts ankam Auf ſeine Frage nach der Ürſache der plötzlichen Abreiſe, erfuhr er von Mutter Lene, welche äußerſt aufgebracht über Liſa war und mit beiden Händen die Veranlaſſung ergriff, ihrem Herzen Luft zu machen, eine lange zweideutige Hiſtorie, beſagend, daß die junge Frau ſich in den Paſtor verliebt und regelmäßige Zuſammenkünfte mit ihm im Walde gehabt habe. Dieß hatte ſie ſo lange getrieben, bis endlich dem argloſen Herrn Kammerer die Augen aufgegangen waren und wie er eines hübſchen Morgens die Vögel ausgehoben habe, worüber der arme Mann denn ſo toll geworden, daß er Knall und Fall mit der Frau abgereist war. Ein ſo freches Stück, wie dieß, war Mutter Lene in ihrem Leben nicht vorgekommen; nicht ein Mal gedankt hatte ſie ihr für die große Mühe und Unruhe, welche ſie im Hauſe gemacht.

Dieß und noch vieles Andere, welches unſern Roſell in kein beſonderes Erſtaunen verſetzte, theilte ihm die beleidigte Wirthin mit, und er beſchloß, aus dem Ver⸗ nommenen ſeinen Vortheil zu ziehen. Der Vorfall kam ihm ſehr gelegen, denn er erleichterte ihm die Trennung ausnehmend; er konnte nun den beleidigten Liebhaber ſpielen, der mit gebrochenem Herzen über ihre Treuloſigkeit die bisherigen Roſenbande zerriß. Alles war ja ſo augen⸗ ſcheinlich, wie es nur immer ſeyn konnte; um ſich aber für die Moglichkeit eines allenfallſigen perſönlichen Zu⸗

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