Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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aber leider begab es ſich, daß Roſell bei einem ſeiner kleinen Ausflüge in einem ſehr angenehmen Pfarrhauſe Bekanntſchaft machte, wo eine junge hübſche Tochter, eine verborgene Blume des Thales, lebte, die, wie das Gerede nicht ohne Grund ging, eine ſchöne Mitgift bekam, welche nicht allein alle ſeine verſchiedenenBären los⸗ zubinden hinreichte, ſondern ihn auch aller weitern Mühe überheben konnte, ferner aufPump auszugehen. Mädchen und Mitgift behagten ihm ausnehmend. Erſtere, eine nette, liebliche Blondine, hatte für ihn den entſchie⸗ denſten Reiz der Neuheit Liſa, ſowie alle ſeine frü⸗ heren Flammen, gehörten der braunen Schule an und die Letztere, nämlich die Mitgift, erfreute ſich der angenehmen Solidität, welche ſo wünſchenswerth, beinahe ganz unentbehrlich iſt, wenn man ſich mit der Liebe etwas mehr als zum Spaß abgeben will.

Für Roſell war der Fund eines reichen, hübſchen Mädchens, welcher er die Cour machen konnte, ein wahrer Vogel Phönix, und es wurde ihm gar nicht ſchwer, zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß er der gefallſüchtigen Liſa allbereits ein wenig überdrüſſig ſey. Außerdem wollte er ſich erinnern, daß er ſich ſchon längſt gerechte Vorwürfe über ſeine Handlungsweiſe gegen den Kammerer, den Ehrenmann, gemacht habe, der ihm in mancher Noth ſo freundſchaftlich unter die Arme gegriffen hatte. Und um dieſer unangenehmen Affaire auf ein⸗ mal ein Ende zu machen, war es, mit Einem Worte, ſeine Pflicht, eine Frau zu nehmen. Liſa mußte ſich natürlich, ſo gut ſie konnte, zu tröſten ſuchen. Damit ſie aber der Gram nicht tödten möchte, wenn die Kunde von ſeiner Verlobung Roſell ſah dieß bereits für eine ausgemachte Sache an ihr ohne Vorbereitung zu Ohren kommen ſollte, nahm er ſich vor, bei der ritter⸗ lichen Artigkeit, deren er ſich ſtets rühmte, ſie noch ein Mal aufzuſuchen und ihr ſelbſt ernſtlich aber beſtimmt ihren unerſetzlichen Verluſt anzukündigen.