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der Kammerer, ſeinen Schlüſſel an einem Bande auf dem bloßen Leib zu tragen.
Liſa lachte.„Wird Dir bange, Männchen? Fürchte Dich nicht, zu einem ſo argen Mittel werde ich meine Zuflucht nicht nehmen! Ich will lieber zuerſt verſuchen, was Bitten vermögen;— allein Du ſiehſt daraus, wie eine liſtige Frau ſich zu helfen weiß.“
„Wie viel willſt Du denn haben?“ fragte der Alte, um der Qual endlich los zu werden.
„Nur dreihundert Thaler Banko,“ erwiederte Liſa in ihrem ſüßeſten Ton.
„Was— was!— drei— hundert— Thaler Ban⸗ ko?“ wiederholte der Kammerer mit faſt erſterbender Stimme. Es war das erſtemal, daß Liſa mit einer ſo unerhörten Forderung herauszurücken wagte; und nur die eben gehoͤrte Geſchichte konnte ihn bewegen, auf die Sache weiter einzugehen und zu fragen:„Was willſt Du denn um Gotteswillen mit ſo viel Geld machen?“
„Siehſt Du, liebes Laßmänchen, es fehlt noch etwas Weſentliches in unſerer Einrichtung, Etwas, was man in jedem gebildeten Hauſe findet.“
„Ich weiß nicht, ob man das unſrige ſo nennen ann.“
„So weiß ich es aber. Genug; wir müſſen ein Inſtrument haben, ein Piano— aber keinen alten Rum⸗ pelkaſten— darum wäre es nicht der Mühe werth!“
„Das kann unmöglich Dein Ernſt ſeyn, Liſa— Du ſpielſt ja nicht.“
„Das thut Nichts;— andere Leute ſpielen aber, das trägt zum geſelligen Vergnügen bei. Außerdem, wenn Du es alſo wiſſen willſt, bin ich mit Herrn B—“ (im Vorbeigehen geſagt, einer von Liſa's Anbetern, dem Kammerer ein Abſcheu) übereingekommen, daß er mir Stunden gibt; er iſt ſehr muſtkaliſch, und der Unterricht koſtet keinen Heller.“. 15


