222 verſtändig, und als ſich der erſte Taumel der Seligkeit
ſeines neuen Zuſtandes gelegt hatte, ſchien er ziemlich wie andere Leute zu ſeyn.
Achtzehntes Kapitel. Neue Art, wie eine Frau ihren Willen durchſetzt. Abermals ein anderer Liebhaber.
Zu Ende des zweiten Winters, nach des Kamme⸗ rers Verheirathung, finden wir ihn mit ſeiner Frau in einer hübſchen und geräumigen Wohnung in einer an⸗ dern Straße.
Es war am Morgen nach einem der jetzt nicht mehr ſo ſeltenen Soupe's, welche die Frau zu geben pflegte. Neun Monate hatten völlig hingereicht, in dem innern und äußern Leben des Alten große Aenderungen hervorzubringen. Er hatte nicht nur ſeine Hoffnungen in Bezug auf den erwarteten Stammhalter in Rauch aufgehen ſehen, er hatte ſogar auch die Entdeckung ge⸗ macht, daß ſeine Nachgiebigkeit bei der Teſtamentsfrage Alles dazu beigetragen hatte, die Ruhe zu ſtören, auf welche er dabei gerechnet hatte. Seine Wangen waren eingefallen, der bouteillengrüne Rock hing ſo weitläufig um den Leib, daß man ihn zweimal hätte hineinwickeln können:— ſo ſtand der Alte am Kachelofen. Sein An⸗ geſicht, bleich und ernſt, war gegen Liſa gewandt, welche in einem grünſeidenen Morgenuberrock nachläſſig, ihrer ganzen Länge nach auf dem Sopha lag.
„Weißt Du noch etwas?“ fragte ſie, und hielt das geſtickte Taſchentuch vor den Mund, nicht aus Artigkeit, um vor ihrem Mann das Gähnen zu verbergen, ſondern lediglich aus Gewohnheit.
„Ob ich nichts mehr zu ſagen weiß?“ wiederholte der Kammerer gramvoll, in einem Ton, welcher nur zu
deutlich verkündete, daß er ſeinen frühern Widerſtand
aufge Gotte wozu
haſt,
Du it Das ich m ungeſ hier, in Ge jungen Gott ich bi ſo ein diren, ganz und r auch Raiſo mögen iſt zu Mann daß e
Wege wie 2 gehen laſſen, zu we So h. mer v
noch,
brauch
2


