Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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Wo ſtand jetzt dem Notarlus der Kopf?— Armer Notarius!— Der Graf zu Dagſtaholm, der treuloſe, verrätheriſche Freund des unglücklichen Baron Henning! — Wetterquiſt ſchwindelte das Hirn; Mathilde, die lieb⸗ liche, reizende Mathilde war alſo ſeine..... das Wort Kouſine getraute er ſich nicht einmal in dem verborgen⸗ ſten Winkel ſeines Herzens zu flüſtern— aber doch klang es in ſeinen Ohren wider. Kaum hatte er Faſſung ge⸗ nug, ſeine Aufregung mit einem plötzlichen Unwohlſeyn zu bemänteln.

Mathildens Blick verlor ſchnell den Ausdruck von Heiterkeit und haftete mit ſchuͤchterner, aber unverkenn⸗ barer Theilnahme auf ihm.

„Sie ſehen in der That ſehr blaß und unwohl aus. Iſt es denn ſo ſchnell gekommen? Nehmen ſie ein paar Tropfen! Mama hat Hofmänniſche und Prinzenstropfen.“

„Nein, nein, ich danke, danke unendlich.... ich muß in die friſche Luft! Entſchuldigen Sie!“ In ſeiner Verwirrung ergriff er die Hand des Fräuleins, küßte ſie, und ſtürzte hinaus.

Wetterquiſt lief unaufhaltſckin fort, bis er den dun⸗ kelſten und abgelegenſten Theil des Hagaparks erreicht hatte. Hier warf er ſich nieder und kühlte die heiße Stirne im bethauten Gras. In dieſem düſtern erſchüt⸗ ternden Augenblick war er keines vernünftigen Gedan⸗ kens mächtig. Er wollte trotzig vor den Grafen L... hintreten und ihm ſagen, welch' großes Recht er auf ſeine Hilfe und ſeinen Schutz habe, er wollte Alles for⸗ dern, als billigen Erſatz für die Erniedrigung, Schmach und Qual, zu welcher er bisher verdammt geweſen; niederſchmetternde Worte wollte er dem entgegen don⸗ nern, der das einſt ſchuldloſe Glück ſeiner Mutter zer⸗ nichtet und ihn ſelbſt in den Abgrund des Elends ge⸗ ſtürzt hatte, der ihm, wenigſtens in dieſem Augenblick, bodenlos ſchien. Aber bald gewann ſein ſtolzer unbeug⸗ ſamer Sinn die Oberhand über dieſe Phantaſien. Wie

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