Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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ihren Mann zu leben; nein, dieß wäre viel zu ein⸗ förmig und langweilig. Aber ein Haus machen, Mit⸗ tags und Abends Leute bei ſich ſehen, Theater, Bälle, Konzerte beſuchen, und was dergleichen Luſtarbeiten ſind das war der Mühe werth! Sintemalen aber alle dieſe Herrlichkeiten auf keine andere Weiſe zu erringen waren, ſo war es am Beſten, das Gewiſſe für das Un⸗ gewiſſe zu nehmen. Ihre früheren Gefühle für den No⸗

1 tarius kamen dabei nicht im Geringſten in Betracht.

Sohausgebackner Art war Liſas Herz nicht; wenn ſie auch jetzt an Wetterquiſt dachte, ſo war es nur zugleich mit dem Gedanken an den Triumph, wie ihn

die Nachricht von ihrem Glück niederſchmettern müſſe, er ſollte ſehen, der eingebildete Einfaltspinſel, was er weggeworfen hatte! Der Regierungs⸗Sekretär war in der letzten Zeit bedeutend in Liſa's Gunſt geſtiegen; al⸗ lein, da er auch nicht das mindeſte in Bezug auf eine ernſtliche Verbindung fallen ließ, ſo war es handgreif⸗ lich am Tage, daß die jungen Herren von A bis Z ſonſt nichts im Sinne hatten, als mit der hübſchen Trödlers⸗ tochter eine kleinePouſſage zu unterhalten.An⸗ ders wird es aber mit der eleganten Frau Laßman ſeyn, fuhr ſie in ihrem Gedankengang fort:nur ein Blick von ihr iſt ſchon eine Auszeichnung!

Liſa nahm ſich auch vor, als Frau durchaus der Gegenſatz von dem zu ſeyn, was ſie bisher geweſen. Nicht, daß ſie ſich nicht jetzt als ganz vollkommen ange⸗ ſehen hätte; dieß war jedenfalls ein Bagatell gegen die erhabenen Eigenſchaften, welche ſie künftig an den Tag legen wollte. So zum Exempel mußte eine würdevolle Grazie, ein ruhiges, feines, ſtolzes Weſen an die Stelle der frühern Luſtigkeit und des ehemaligen Muthwillens treten. Mit Entzücken, mit Bewunderung und Neid ſollte man von der reizenden, einnehmenden, modernen Frau Laßman ſprechen, von ihr, die alle Monate einen neuen Hut hatte, und allen Männern den Kopf verrückte, Kammerer Laßman. II. 2