13 noch ein ſo höchſt natürlicher, daß ſie gar nicht weiter davon reden wollte.
„Mag es nun Zufall, Schickſal, Gottes Finger, oder was Du ſonſt willſt, geweſen ſeyn, das letzte in⸗ deſſen doch vor Allem, ſo warſt Du doch immer die Erſte, welcher ich begegnete. Auch weißt Du, liebe Liſa, wenn ich nicht ſo wählig wäre, daß mir ſelten Eine recht iſt, ſo dürfte ich nur die Hand ausſtrecken und an jedem Finger hinge ein Dutzend; allein es iſt nun einmal wie es iſt, und ich will Beſcheid haben, ob Du mich willſt oder nicht!“
„Ich paſſe auch gewiß gar nicht für Sie— ich bin ſo luſtig und munter, kindiſch und oft unüberlegt. Sie hätten gewiß alle Stunde Urſache, mich auszu⸗ anken.“
„Nein, weiß Gott, liebe Liſa, das will ich nicht, Du ſollſt nicht ausgezankt werden! Häusliches Glück und muntre Arbeit erfriſcht das Herz und gibt neue Kraft.“
„Ja, Arbeit!“ ſchmollte Liſa,„Sie wollen, daß ich unaufhörlich arbeiten ſoll, Oheim,— aber daran bin ich mein Lebtage nicht gewöhnt geweſen.“
„Gott ſoll es wiſſen, Du haſt freilich ſtets Deinen eigenen Willen gehabt, und biſt leider ſo erzogen, daß man es ein reines Wunder nennen kann, daß Du nur ſo geworden, wie Du biſt. Haſt Du denn nicht den Schlafrock gemacht, und auch Dein Kleid?“
„Ja, allerdings,“ aber mit Muhme Mallas Hülfe. „Hätte Liſa hinzuſetzen ſollen, hielt es aber für über⸗ flüſſig.“ Ich mache faſt alle meine Kleider ſelbſt, und bin auch noch außerdem nicht ungeſchickt, wenn ich will.“
„Ja, ja, das iſt es, wenn Du willſt; aber eine Hausfrau, däucht mich, ſollte immer wollen, und ſtets zu Allem geſchickt ſeyn! Es iſt ja zu ihrem eigenen Beſten!— iſt's denn nicht ihr eigenes Haus, welches dadurch gewinnt?“
„Das weiß ich wohl, aber Sie werden gewiß recht knapp, geizig und knickig ſeyn, Oheim! Ich wäͤre wohl


