Teil eines Werkes 
4.-letzter Theil (1844)
Entstehung
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12 ſagte ganz ärgerlich:Wenn es etwas ſo Lacherliches iſt, ſo laß uns nicht weiter davon reden! Ich meine in⸗ deſſen doch, derjenige ſollte Anſpruch auf eine etwas höflichere und klügere Behandlung haben, welcher Dir einen es iſt eine Schande, daß ich es ſagen muß ſo ehrenvollen Antrag gemacht hat; und vielleicht erlebe ich noch den Tag, wo Du wünſcheſt, ihn minder ſpaßhaft gefunden zu haben! Inzwiſchen magſt Du doch wiſſen, daß ich in meinem Leben nicht auf den Gedanken ge⸗ kommen wäre, um Dich zu freien, wenn ich nicht einen ganz beſondern und wahrhaft wunderbaren Grund dazu hätte. Das Schickſal, oder wie ich mir in meiner Thor⸗ heit einbildete, der Herr ſelbſt hat Dich mir dazu be⸗ zeichnet. Wie geſagt, meine Werbung iſt etwas Ueber⸗ natürliches allein jetzt ſehe, ich daß es ein Mißgriff war.

Jetzt ſprechen Sie in lauter Räthſeln, Oheim, ge⸗ wiß nur um mich recht neugierig zu machen; aber ſagen Sie doch, was Sie eigentlich meinen?

Der Kammerer berichtete ihr nun in ernſthaften, und, wie er wenigſtens meinte, höchſt delikaten Ausdrü⸗ cken, ſein Riiſeabentheuer. Halbverdeckt ſpielte er auf die unglückliche Schlußſcene an, welche den etwas tollen und übereilten Ausgang ſeiner Freierei zur Folge gehabt hatte. Alles was er darüber ſagte, beſtand nur in halben Winken, allein die pfiffige Liſa merkte ganz gut, wo der Haaſe im Pfeffer lag, und als er mit ſeiner Geſchichte fertig war, wußte ſie ſo vortrefflich Beſcheid, als wäre ſie mit dabei geweſen. Natürlich verrieth ſie nicht im Mindeſten, daß ſie weiter ſahe als der Kammerer wün⸗ ſchen mochte; heimlich lachte ſie aber und machte ſich über das Mißgeſchick deſſelben herzlich luſtig. Was ſei⸗ nen letzten Entſchluß betraf, nämlich die erſte Beſte zu nehmen, welche ihm begegne, ſo hatte ſie indeſſen doch die Grauſamkeit, es für ganz und gar unglaublich anzuſehen, daß bei ihrem Zuſammentreffen mit dem Kam⸗ merer der Himmel die Hand im Spiel gehabt haben ſollte; dieß war nichts als der reinſte Zufall, und dazu